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Neuseeland

Meine Reise durchs Land der langen weißen Wolke

1.September 2009 - (M)Ein Abenteuer beginnt! Wobei, eigentlich hat ja alles schon viel früher angefangen. Und zwar um genau zu sein Ende März, denn an dem Tag habe ich entschieden ein Jahr ins Ausland zu gehen. Eigentlich kam die Idee auch nicht von mir, sondern von einem Freund meiner Eltern. Er fragte mich was ich denn demnächst machen wollte und so kurz vorm Abi standen mir die Möglichkeiten offen direkt zu studieren, doch ich wollte nicht gleich wieder die Schulbank drücken oder eine Ausbildung machen, doch ich mochte meine Bewerbungen nicht. Also war sein Vorschlag die rettende Lösung für mich. Innerhalb von wenigen Sekunden: Ok ich geh nach Neuseeland für Working Holidays. Wann genau und wie lange und überhaupt alles was geplant werden musste folgte dann danach. Wie bei mir eigentlich üblich teilweise ziemlich in letzter Minute, aber ich hab alles auf die Beine gestellt und Ende August war es dann soweit dass ich mich von allen meinen Lieben verabschieden musste.

Ich glaub deren größte Angst war, dass es mir so gut gefallen könnte, dass ich nicht mehr wiederkommen wolle. Ich hab mich einfach von meiner Mutter zum Flughafen nach Frankfurt bringen und alles andere auf mich zukommen lassen.

1. Teil - Der Flug

Um kurz vor 12 in der Nacht sollte mein Flieger losfliegen. Leider zu spät für meine Brüder, die beide am nächsten Morgen früh rausmussten, doch meine Mutter hat sich die Zeit genommen und dafür wohl auch eine Übermüdung in der Schule am nächsten Tag in Kauf genommen und hat mich zum Flughafen gebracht. Vor dem Schalter war eine lange Schlange, also genug Zeit für mich alles nochmal zu kontrollieren und meinen großen Rucksack für den Flug in meinem Regencape zu verstauen.  Nach dem Check-in hatten wir dann noch ein wenig Zeit übrig. Die letzten Minuten vor meiner großen Reise. Als das Gate irgendwann geöffnet wurde habe ich mich nur schnell verabschiedet und direkt einem Mädchen angeschlossen, das erstmal im gleichen Flieger saß wie ich. Ihr Flieger sollte sie für ein Jahr nach Australien bringen. Allerdings war sie anscheinend wirklich aufgeregt ich dagegen eigentlich nur voller Vorfreude so habe ich uns dann auf den richtigen Wegen durch den Flughafen gelotst. Ich hatte das seltene Glück - von dem ich aber erst viel später erfahren habe, das es etwas besonderes war - mit dem Airbus 380 zu fliegen, dem größten Flugzeug das es gibt. Ein durchgängiger Doppelgänger. Doch auf dem Flug bis Singapur konnte ich mich auch schon freuen, denn obwohl ich vergessen hatte im vorhinein einen Platzwunsch zu äußern habe ich das große Los gezogen: Ich hatte einen Fensterplatz am EXIT und auch noch neben der Küche. Das heißt es gab viel zu sehen in den 12 Stunden Flug und Beinfreiheit. Da sag ich nur PERFEKT! Besser konnte das Jahr Ausland nicht anlaufen! ;-)

Als ich irgendwann auf dem Flug einen Blick aus dem Fenster warf, flog gerade ein anderes Flugzeug an uns vorbei... ziemlich nah sogar. Da hat man das erste Mal gesehen wie schnell ein Flugzeug wirklich fliegt.

Auf dem Flug habe ich auch die erste sehr interessante Begenung gehabt, von denen ich in den nächsten Monaten noch mehr erleben sollte, aber ich denke diese geschichte kann echt keine Toppen. Und zwar ist mit mir zusammen auch eine junge Frau mit ihrem 2 Jahre alten Sohn nach Neuseeland geflogen. Warum? Naja, sie hat vor einigen Jahren Work&Travel in Australien gemacht und dort einen Kiwi kennen gelernt. Der Vater ihres Sohnes. Seitdem pendelt sie alle paar Monate zwischen Deutschland und Neuseeland hin und her um ihren Freund zu sehen und Vater und Sohn zusammenzubringen. Ganz ehrlich? DAS nenn ich eine Fernbeziehung!!!! :-P

In Singapur und Sydney hatte ich dann jeweils unter einer Stunde Aufenthalt, bevor es direkt schon weiterging. Dadurch war mein Flug auf 25 1/2 Stunden insgesamt verkürzt. Das von meinem Gepäck allerdings nicht... irgendwie habe ich das Gefühl meine Tasche wollte sich frühzeitig schonmal Sydney angucken... zumindest ist es erst einen Flug nach mir in Auckland angekommen. Aber das war alles kein Problem: Ein kurzer Anruf am Flughafen und die haben das zu meinem Hostel gebracht. Den rest des Tages habe ich mich mit einem Österreicher unterhalten. Dadurch bin ich auch gar nicht auf die Idee gekommen schon direkt ins Bett zu gehen. Von daher habe ich auch keine Problem mim Jetlag gehabt.

2. Teil - Nordinsel

Auckland

(3.9.-7.9.)

Am nächsten Morgen bin ich um 8 Uhr aufgestanden und hab mich direkt mal auf eine Erkundungstour durch Auckland gemacht. Schreckliche Stadt! Nach zwei Stunden hatte ich das Gefühl ich hätte schon alles gesehen. Tja, ich hab es noch 4 weitere Tage dort ausgehalte, aber eher weil ich noch ein paar Dinge erledigen musste und nicht weil ich es so toll fand. Dann hat mich alles aus der Stadt rausgezogen. Gen Süden.

Rotorua

(7.9./8.9.)

Also habe ich den letzten Bus genommen, der aus der größten Stadt Neuseelands rausfuhr und der brachte mich nach Rotorua, der Schwefelstadt. Als ich mitten in der Nacht aus dem Bus ausstieg, war das erste was mir entgegen kam, ein schwall nach faulen Eiern stinkender Luft und das zweite, die Erkenntnis, das mitten in der Nacht die Suche nach einem Hostel wohl vergebens bleiben würde. Mann war ich froh, dass ich mir noch an dem Tag ein Zelt gekauft hatte. Eine Frage blieb trotzdem noch: Wo stellt man mitten in einer Stadt ein Zelt auf? Wo ist es erlaubt und auch sicher? Ich bin dann einfach mal drauf los gelaufen in der Hoffnung irgendwo einen einigermaßen geeigneten Platz zu finden. Mein Weg führte mich durch die Dunkelheit einen kleinen Bach entlang. Irgendwann landete ich dann auf einem kleinen Grasstück zwischen Häusern und da ich keine Lust hatte noch weiter zu suchen und durch die Gegend zu irren habe ich meinen Rucksack abgesetzt, das Zelt aufgestellt und mehr schlecht als recht die nächsten Stunden geschlafen. Die Unruhe trieb mich nach 4 Stunden auch schon wieder auf. Ich hab meine Sachen zusammengepackt und bin zurück in die Innenstadt gelaufen, wo ich die Zeit, bis auch die restliche Stadt aufstand, Hörbuch hörend auf einer Bank verbacht habe. Nach diesen Erlebnissen habe ich mir geschworen nie wieder einfach so irgendwo hinzu fahren ohne zu wissen was mich erwartet.

Napier

(8.9./9.9.)

Daraufhin bin ich ins iSite, das hiesige Informationscenter, gegangen und habe den nächsten Bus raus aus Rotorua gebucht, der mich nach ein paar Stunden an der Ostküste in Napier ablieferte. Ich hatte wieder nichts gebucht, aber diesesmal war es wenigstens noch Mittag und ich hatte noch genug Zeit mir ein schönes Hostel zu suchen, was noch ein Bett für mich frei hatte. Und das ist hier echt kein Ding, die gibt es hier wie Sand am Meer. Und tatsächlich, ich bin keine paar Meter gelaufen, da hab ich auch schon ein nettes kleines Hostel gefunden. Beim einchecken, hab ich der Rezeptionistin meinen Reisepass gezeigt für die Personalien. Die nächste Frage, die sie mir stellt: "Would you like more to speak English or German?" Ich stand im ersten mal völlig auf dem Schlauch und wollte wissen warum sie das fragte. "Naja", meinte sie "ich komme eigentlich aus Köln!" Tja... natürlich wieder eine Deutsche... Ich wollte aber trotzdem lieber beim englischen bleiben, ich mein, ich bin ja auch in Neuseeland um ein bisschen englisch zu sprechen. Trotzdem hab ich es kurz drauf wieder aufgegeben und zwar genau in dem Moment, als ich feststellte, dass es in dem ganzen Hostel keinen gab, der nicht deutsch sprach. Es ist wie ein Fluch! Sagt mal, sind eigentlich auch noch Deutsche in Deutschland außer euch, oder sind dort alle Städte wie leer gefegt?

Im Hostel habe ich dann zwei Jungs kennengelernt, mit denen ich mich ziemlich gut verstanden habe und am nächsten Morgen wieder zurück nach Rotorua gefahren bin.

Rotorua

(9.9.-11.9.)

Ob das ein Fehler war? Ich weiß es nicht! So habe ich zumindest doch noch etwas mehr von Rotorua gesehen, aber es hat nicht besonders viel Spaß gemacht mit denen zu reisen. Von daher war es dann auch ganz gut, dass die nach einem Tag in der Schwefelstadt weiter Richtung Auckland gefahren sind, wo ich nunmal partout nicht wieder hin wollte. Ich habe mich stattdessen in den Bus nach Wellington gesetzt und bin in die Hauptstadt gefahren.

Wellington

(11.9.-15.9.)

Irgendwie bin ich bis da noch nicht wirklich in Neuseeland angekommen. Liegt wohl auch mit an der Ankunftsstadt Auckland. Wer also plant mal nach Neuseeland zu fliegen, achtet darauf, dass ihr eher in Wellington oder Christchurch ankommt. Die 1,3Millioneneinwohnerstadt nimmt einem jegliche Illusion von der Schönheit des Landes. Von daher habe ich mir auch noch auf der Busfahrt nach Wellington, als ich schon 2 Wochen am andern Ende der Welt war, Sorgen gemacht, wie ich die geplanten 9 Monate in Neuseeland füllen solle oder ob ich lieber wieder früher nach Deutschland gehen solle. Aber ich wollte es zumindest noch eine Weile versuchen. Und mittlerweile bin ich auch froh, dass ich nicht Hals über Kopf meinen Flug umgebucht habe. Ansonsten habe ich die Busfahrt mit Notizen in mein Buch schreiben und mich mit dem Busfahrer unterhalten verbracht. Der war echt cool. Ich saß mal wieder ganz vorne um möglichst viel von der Umgebung zu sehen, durch die wir gefahren sind (z.B. den Schneebedeckten Schicksalsberg aus der Entfernung) und jedesmal, wenn der Fahrer aussteigen musste um einem anderen Reisenden sein Gepäck zu geben, hat er mich angelächelt und irgendwas zu mir gesagt. In Wellington angekommen hat er mich dann gefragt wo ich denn hin müsse und als ich sagt dass ich es im YHA (normale Jugendherberge) versuchen wolle, hat er an der Endstation zu mir gesagt ich solle sitzen bleiben, er würde mich da noch hin fahren. Super nett. Denn der Tag war auch der allererste Regentag auf meiner Reise und dann hätte ich ja noch Picos Regenjacke irgendwo aus den tiefen meines Rucksacks kramen müssen... :-P Tja, so sind die Kiwis... teilweise.

Am nächsten Tag hat es auch wieder geregnet und so habe ich die Erkundungstour ldurch die Stadt lieber noch etwas verschoben und bin statt dessen im iSite verschwunden, habe die Adresse des neuseeländischen Pfadfinderzentrums raus gesucht und ein paar Mails nach Hause geschrieben. Dafür bin ich dann am Sonntag nach einem kurzen Blick auf einen Wolken klaren Himmel endlich losgezogen. Ersteinmal die Promenade entlang und barfuß durchs Meer. Ja, ich gebs zu, es ist noch etwas klat, aber was stört mich das denn? :-P Dann hab ich einen Aufstieg zum Mount Victoria entdeckt, von dem aus man eine wunderbare Aussicht über die Umgebung haben sollte. Ebenfalls barfuß und über irgendwelche Trampelpfade, die plötzlich im nichts endeten und ich mich durch die Büsche schlagen musste - weil ich es so wollte - bin ich dann irgendwann oben angekommen und tatsächlich die Aussicht war wunderschön. Mit Blick auf Wellington und das Meer, hab ich mir da oben erstmal ein kleines Frühstück genehmigt. Danach hab ich meine Flöte ausgepackt, die mich auf jedem Schritt hier begleitet, und ein bisschen Musik gemacht. Abseits von den andern Touristen, denn ich wollte kein Geld dafür. Ich hab einfach nur für mich gespielt. Aber den andern hat es gefallen - glaub ich.... zumindest haben sich die Leute hingesetzt und zu gehört. Ein eindeutiges Zeichen.

Nach ein paar Stunden da oben habe ich mich wieder auf den Abstieg begeben. Als ich einen Vater mit seinen Kndern gesehen habe, die alle querfeld ein die Berge hinuter gestiegen sind und sich ihre eigenen Wege gesucht haben, hab ich mich gefragt, wie viele Väter das in Deutschland wohl machen würden. Einfach nur frei sein.

Am nächsten Morgen, endlich Montag, das heißt die Büros hatten wieder auf, führte mein Weg mich zu allererst in die Willis Street 52 (glaub ich), denn dort befindet sich im 6. Stock das die Pfadfinderzentrale Wellington. Und da war das erste Mal, auf meiner Reise, dass ich auf andere Pfadfinder gestoßen bin - und bisher (15.10.2009) auch leider das einzige Mal. Abgesehen von einem kurzen Gespräch in der Bibliothek in Nelson. Aber soweit bin ich noch nicht. Immer schön der Reihe nach. In der Zentrale in Wellington habe ich mich erst einmal ne ganze Weile mit einer Roverin unterhalten, die mir alle möglichen Kontakte in Christchurch gegeben hat. Leider hat da auch noch keiner geantwortet... Ich glaub die Neuseeländer wollen unter sich bleiben. :-(

Den restlichen Tag bin ich noch ein wenig durch die Straßen gelaufen. Zum Abend hin hab ich eine kleine Gruppe spanisch sprechender Musiker getroffen, die sich wohl auch allem anschein nach zufällig auf der Straße begegnet sind. Zu denen habe ich mich einfachmal dazu gesellt und wir haben Guantanamera zusammen gespielt. Allerdings kannte der Gitarrenspieler den Song noch nicht und dementsprechend haben wir es auch schnell wieder aufgegeben. Vielleicht treffe ich mich aber nächstes Jahr noch mal mit denen, wenn ich wieder auf die Nordinsel komme.

3.Teil - Südinsel

Picton

(15.9.-17.9.)

Am nächsten Morgen ging es dann weiter gen Süden. Auf nach Picton auf die Südinsel. Das ist nur möglich mit der Fähre und die Überfahrt dauert ca. 3 Stunden. Die erste Zeit habe ich mir mit einem kleinen Frühstück auf dem Sonnendeck vertrieben, dann habe ich wieder ein wenig Flöte gespielt, bis der Wind zu stark war, so dass ich keinen Ton mehr rausbekommen habe. Die restliche Zeit habe ich mit einem etwas älteren Kiwi gesprochen. Durchaus interessant. Besonders als er dann erzählt hat was er macht, sobald er wieder festen Boden unter den Füßen spürt. Er wollte mit dem Bus zu seiner Schwester fahren und hat dann weiter überlegt, mich auch zu einem Tee zu ihr einzuladen. In Picton angekommen, habe ich dann allerdings lieber den kostenlosen ShuttleBusService zum Sequoia Backpacker genutzt und da für drei Nächte erstmal eingecheckt und bin dann mit meinem Rucksack geschultert wieder den kurzen Weg in die Stadt zurück gelaufen, hab mir was fürs Mittagessen gekauft und mich in einen kleinen Park am Hafen gesetzt. Kurz darauf sprach mich ein älterer Herr an und zeigte wie wild aufs Meer hinaus. Ich dachte als erstes: 'Was will der Kerl von mir? Da fährt doch nur ein kleines Motorboot... so spannend ist das jetzt auch nicht!' Doch dann merkte ich, dass er gar nicht das Boot meinte sondern die Delfine, die hinter dem Schiff mit den Wellen spielten. Ich hab sofort mein Picknick unterbrochen und bin auf en Steg gelaufen. Da sind die Tiere dann etwa einen Meter von mir entfernt vorbeigeschwommen sind. Wenn ich mich auf dem den Boden gesetzt und die Hand ins Wasser gehalten hätte, hätte ich sie berührt. Total krass. Neben mir stand auch noch ein anderer Backpacker aus Ungarn glaub ich. Ich hab mich noch ein bisschen unterhalten, während wir Tiere beobachtet haben. Er meinte, er wäre jetzt seit einem Monat, also die ganze Zeit, die er schon in Picton gewesen ist, an den Hafen gekommen für ein paar Stunden, doch es war das erste Mal, dass er Delfine dort gesehen hätte.

Ich bin eben doch ein Glücksbringer!

:-)

Abel Tasman NP

(17.9.-20.9.)

Für die nächsten Tage habe ich einen Ausflug in den Abel Tasman National Park mit Joachim, einem Münchener den ich im Sequioa in Picton kennengelernt habe. Manchmal sollte man sich seine Weggefährten aber schon mal genauer anschauen. Auf den ersten Blick schon nett und interessant, auf den zweiten Blick einfach nur langweilig und anstrengend. In der ersten Nacht habe ich irgendwie kein Auge zubekommen. Das Resultat war dann, dass ich verdammt müde und etwas kränklich weitergelaufen wollte. Wenn ich mit ein paar anderen unterwegs gewesen wäre, kein Thema! Mit Pico und Andrea zum Besipiel wäre ich ohne zu murren weitergelaufen, aber da mir die Gesellschaft sowieso nicht wirklich gefallen hat und ich auch ganz gerne in einer Hütte (eigentlich Gebührenpflichtig) schlafen wollte, damit ich mich auch wirklich von der vorherigen Nacht erholen konnte. Joachim wollte jedoch lieber noch ein paar Kilometer an dem zurücklegen. Außerdem war ihm die Gesellschaft, die wir in der Hütte bekommen haben - einmal eine 5 köpfige Gruppe und einmal ein Ehepaar - zu viel. Er ist "nicht der Typ dafür". Naja, ich hab ihm einfach mein Zelt und ein paar andere Kleinigkeiten verkauft und hab beschlossen am nächsten Tag mit der Gruppe zurück Richtung Marahau, dem Eingangsort im Süden des Parks und nach Nelson oder Westport, den nächst größeren Orten zu trampen. Für mich war es der erste Versuch hitchhiking und auch die beiden Mädels, die dann letztendlich angehalten haben und mich bis nach Nelson mitgenommen haben. Dreimal dürft ihr raten aus welchem Land die beiden waren. Wobei dreimal ist eigentlich schon zweimal zu viel. Und wisst ihr es schon? Richtig! Natürlich deutsche... was denn auch sonst. Mit den beiden, Claudia und Sabrina, hab ich auch noch den ganzen Abend verbracht. Die beiden kannten sich auch erst aus Neuseeland.

Golden Bay

(20.9.-21.9.)

Leider ging am nächsten Vormittag Sabrinas Flieger zurück nach Auckland, doch Claudia wollte noch zur Farewell Spit, Golden Bay, bevor auch ihr Weg wieder auf die Nordinsel und zu ihrem Großonkel nach Taupo führte. Spontan hat sie mich gefragt ob ich auch mitkommen wolle und da ich eh nichts anderes zu tun hatte, als möglichst viel vom Land zu sehen, sagte ich natürlich zu. So machten wir uns mittags auf nach Pakawau. Auf der Suche nach einem Hostel oder freien Bett, mussten wir allerdings doch wieder ein paar Kilometer zurück nach Collingwood, denn noch hatte die Hauptsaison noch nicht angefangen und alle Hostels und B&Bs am Wegesrand waren noch geschlossen. Alles was wir finden konnten waren teure Motels. Doch nach kurzem Überlegen, beschlossen wir, dass NZ$90 auszugeben, immernoch besser war, als zu zweit eine Nacht in einem kleinen kalten Auto. Zumal $90 gerademal 24€pro Person bedeutete. Also nicht wirklich die Welt. Das Motel, das wir uns aussuchten, war zu dem noch das billigste und das, das am besten aussah. Bei einem haben wir zwar noch nach dem Preis gefragt, doch im Prinzip waren wir uns da schon vorher einig, dass wir uns da nicht einmieten wollten. Wer schläft auch schon gerne in einem unbekannten Haus, vor dem eine Tonfigur liegt, die einen kleinen Jungen abbildet, mit einem Messer im Rücken. Das war so makaber, das wir völlig vergessen haben ein Foto davon zu machen!

Ich hoffe ich denke dadran, wenn ich nochmal nach Collingwood komme.

Die Tour bis zur äußersten Spitze von Farewell Spit konnten wir leider nicht machen, da die eine Gesellschaft ausgebucht und bei der anderen waren wir die einzigen Interessenten und wurde deshalb gekanzelt. Also sind wir einfach selber raufgefahren, soweit man mim Auto kommt und sind zu den schönsten Punkten, z.B. Cape Farewell, hingelaufen. Zum ersten Punkt mussten wir über eine Schafswiese mit vielen kleinen Lämmern drüber und vorbei an einem Fluss in dem vier Seehunde tollten. Mit ein paar anderen, die sich auch von ihrem Weg haben abbringen lassen, sind wir dann einige Zeit da geblieben und haben ihnen beim Spielen zugeschaut. Schon lustig, diese Tiere. Wenn wir sie vom Ufer aus nass gespritzt haben, waren sie so keck und haben mit der Flosse so auf's Wasser geschlagen, dass die Spritzer uns getroffen haben. Die haben regelrechte Kunststücke aufgeführt... und das ganz ohne Dompteur. :-)

Aber auch der Rest des Tages war geradzu grandios. Das Wetter war bombe... nur Sonnenschein... mal wieder... ;-) bis wir dann am Abend ins Auto eingestiegen sind, denn sobald wir die Türen hinter uns zugeschlagen hatten, fing es an zu regnen. Tja, wenn Engel reisen. :D

Nelson

(21.9.-21.12.)

Die nächste Nacht habe ich dann nochmal im YHA in Nelson geschlafen, da ich beim ersten Mal schon direkt für zwei Nächte gezahlt hatte und man eine Buchung bei ihnen nicht rückgängig machen kann wie in manchen Backpackern, wenn man früh genug bescheid gibt. Aber ich konnte die Nacht einfach auf einen beliebigen Zeitpunkt verschieben. Ich hätte den Gutschein auch einfach für ein anderes YHA in Neuseeland ausstellen lassen können. Alles möglich.

Wie auch immer, ich habe einfach eine weitere Nacht dort verbracht und nachdem ich mich am nächsten Tag von Claudia verabschiedet hatte, ins Paradiso umgezogen. Ein ziemlich beliebtes Hostel, mit eigenem Swimming Pool und Hot Spa, free Breakfast und einer furchtbar schmeckenden Suppe im Abend. Wobei ich mir hab sagen lassen, das sie besser ist, wenn man das ein oder andere Gemüse in der Schüssel lässt und ein halbes Pfund Salz reinstreut. Ich hab es nie wieder ausprobiert.

Ich glaube, ich war bei dieser Entscheidung mal wieder vom Schicksal geleitet, denn in der folgenden Woche hatte ich mal wieder richtig Glück. Eigentlich habe ich mich tagsüber in die Bibliothek in Nelson gesetzt um mit meinem neu erworbenen Laptop das FREE INTERNET da auszunutzen und mich auf Jobsuche zu begeben, doch auf den angegeben Seiten konnte ich nicht wirklich was finden. Ich muss aber auch zu meiner Schande gestehen, dass ich nicht richtig gesucht habe. Dafür ist der Job dann eine Woche nach meiner Rückkehr nach Nelson zu mir gekommen, in Gestalt zweier Mädels aus meinem Zimmer im Paradiso. Die standen plötzlich neben mir und meinten, dass ihr Chef aus der PizzaBar gerne noch eine dritte Kellnerin einstellen würde. Tja, eine kurze SMS und ein Telefonat, und ich durfte am gleichen Tag schon Probearbeiten, ohne dass ich auch nur irgendwas dafür getan hatte. Es scheint als wolle eine höher Macht einfach nicht dass ich hier eine schlechte Zeit erlebe. Ich habe auch schon andere getroffen, die Seit Wochen und Monaten auf Jobsuche sind und in jedem scheißladen ihre Bewerbungen und Lebensläufe abgeben und nur Absagen bekommen.

Trotzdem dachte ich nach der ersten Woche, dass ich es da keine Sekunde länger aushalte. Ich hatte ständig das Gefühl alles falsch zu machen, obwohl ich keine falsche Bestellung machte, kein Glas runterwarf und auch sonst nicht wusste was passiert war. Also sagte ich meinem Chef, dass ich nicht bis Ende Dezember bleiben würde, sondern nur bis er Ersatz gefunden hat, denn ich habe mir gesagt, dass ich lieber früher wieder nach Hause fliege, wenn kein Geld mehr reinkommt, als dass ich jede Scheißarbeit mache, die sich anbietet und ich mir dadurch die Zeit verderbe, die eigentlich die schönste in meinem Leben werden soll. Erstmal.

Tja, der Ersatz war auch schnell gefunden, denn nur ein paar Tage später kam Steffi an. Ein Mädel, das ich schon in Picton getroffen hatte. Die jenigen unter euch, denen ich auch schon in Mails immer mal wieder einen Einblick verschaffe, werden sich jetzt fragen, warum ich dann auch zwei Monate später noch in Nelson bin. Tja, das liegt daran, dass Roxy und Linda, meine Arbeitskollginnen und Zimmergenossinnen kurzfristig beschlossen hatten nun ihrerseits das Handtuch zu werfen und ihre Jobs aufzugeben. Nun konnte ich mit meiner sozialen Ader meinen Chef nicht hängen lassen und habe gesagt, dass Steffi dann eben Ersatz für eine von den beiden ist und ich erst gehe, wenn er wieder genügend Leute hat. Mit der Zeit hatten Amir, mein Chef und ich uns dann aber so langsam an einander gewöhnt und ich bin doch noch lönger geblieben, als ich eigentlich vorgehabt hatte. Dateline: Ende November! Aber ich will euch nicht bloß von meiner Arbeit erzählen, denn natürlich hatte ich auch noch ein Leben neben dieser. Im Paradiso habe ich ziemlich schnell zwei Typen kennengelernt, mit denen ich in den Nächten noch durch die Pubs und Clubs gezogen bin. Davon gibt es hier genug - und überall freier Eintritt. Alles was man braucht, ist sein Ausweiß um nachzuweisen, dass man über 18 ist.

Tagsüber bin ich mit anderen oder alleine durch die Straßen gezogen, oder zum "Center of New Zealand" aufgestiegen. "Center of New Zealand"? Was? Ja, richtig, hier in Nelson gibt es einen Berg, der ganz einfachmal zum Mittelpunkt der beiden Inseln bestimmt wurde.

Ansonsten bin ich auch mit Magda, die ich schon aus Auckland kannte und die auch einige Tage in und um Nelson verbracht hat rumgezogen. Zum Beispiel sind wir einfach mal gemeinsam mit Linda in eine Grotte beim Dun Mountain am Maitai River geklettert. Maitai Caves - einfach nur klasse! Erstmal mussten wir einen etwa anderthalb Stundenmarsch, über einen wunderschönen kleinen Weg entlang eines Bachabzweigs lang laufen um dann an einem gottverlassenen Ort einfach in den Berg hineinzusteigen. Alles was da war, waren Seile zum klettern für die Touristen. Kein Eintritt, kein Guide, kein gar nichts. Uns war einfach freigestellt zu tun und zu lassen, was wir wollten.

Ansonsten habe ich auch immer mal wieder ein paar Tage in der Bibliothek verbacht um meine Fotos hochzuladen und mich ab und zu mal zu melden. Außerdem habe ich festgestellt, dass es sehr einfach ist, dort Leute anzuquatschen. So bin ich dann zum Beispiel auch auf Andreas und Nicole gestoßen. Ein super nettes Pärchen aus Koblenz. Sie arbeitet im Reisebüro, er ist Webseitenprogrammierer... Tja, da hab ich doch den richtigen Kontakt gefunden und gleich mal gefragt ob ich, zurück in Deutschland mal an einem Projekt mitarbeiten könne, also Praktikumsmäßig. Wäre perfekt, wenn das klappt, denn 1. ist es auch das was ich unteranderem lernen will, 2. ist Koblenz eine schöne Gegend und dirttens und das ist das wichtigste, sind die beiden echt total nett und es wär schon sie noch mal zu sehen.

Am 18. Oktober hatte ich dann eigentlich die Chance im Hostel anzufangen für Free Accomodation zu arbeiten, was im Grunde perfekt gewesen wäre, denn dann hätte ich immer freies Frühstück, keine Unterkunftskosten und oft Abends auch noch freie Pizza gehabt. Und zudem natürlich auch noch das Geld, das ich verdiene. Also so gut wie nur Plus. Aber ich hatte einfach keine Lust mehr auf dieses riesige Hostel und da auch mittlerweile alle, mit denen ich bis dahin etwas zu tun hatte, ausgezogen und weitergereist waren, habe ich ziemlich kurzentschlossen meine Sachen gepackt und bin in den Green Monkey umgezogen. Ein wirklich kleines und super nettes Hostel etwas abseits auf der MiltonStreet. Free Internet und free Cake jeden Abend und free bikes!

Ersteres habe ich dann auch sofort genutzt, da ich ganz gerne am JOTI (Jamboree on the Internet - das größte Pfadfindertreffen online) teilnehmen wollte, um endlich mal ein paar Kontakte zu Pfadfindern hier knüpfen zu können. Alle bisherigen Versuche waren erfolglos. Auf meine Mails und Sms hatte nie jemand geantwortet - bis zu diesem Tag. Da hatte ich eine Antwort in meinem Postfach, dass die Seascouts sich exakt eine halbe Stunde nachdem ich die Mail geöffnet hatte am Hafen zum segeln treffen wollte. Also doch kein JOTI, sondern stattdessen bin ich schnell in meine Kluft geschlüpft und habe mich auf's Fahrrad geschwungen. Zum Glück wusste ich genau, wo ich hin musste, denn ich bin schon vorher das eine oder andere Mal dagewesen in der Hoffnung irgendwen dort zu treffen oder zumindest irgendwas erreichen zu können. Doch nun war es soweit. Man, war ich glücklich! Zumal es auch noch mein erster richtiger Segeltörn auf einem kleinen 7 Mann Boot war. Und es hat mal verdammt spaß gemacht! Anschließend wurde ich direkt noch für den kommenden Dienstag zum "Schokoladen essen" eingeladen - was auch immer das sein sollte. Ich hatte keine Ahnung was ich mir darunter vorzustellen hatte. Doch da ich eh an dem Tag nicht arbeiten sollte und froh war andere Pfadfinder zu treffen, sagte ich zu.

Und es wurde tatsächlich auch ein ganz lustiger Abend. Einer der Leiter holte mich ab und ich hab ihn gefragt was eigentlich passieren würde an dem Abend. Eigentlich war es nichts besonders und doch irgendwie schon wieder. Und zwar hat jeder der da war irgendwas schokoladiges gebacken, gebastelt oder gekauft und mitgebracht, denn Biddy, die Headleaderin von Nelson, erwartete ein Kind und hatte an dem darauffolgenden Donnerstag Geburtstag. Ja, schon richtig gelesen. An dem darauffolgenden Donnerstag! Das heißt für mich, es war der erste Geburtstag, den ich vorgefeiert habe. Für die Kiwis wohl etwas ganz normales. Wenn man nicht nachfeiern kann feiert man eben vor. Und auch das frühzeitige Gratulieren stellte für sie kein Problem dar. Im Gegenteil: Für die war es eher interessant, als ich ihnen erzählt habe, dass nach deutschem Aberglaube es Unglück bringt und für uns unmöglich ist. Ich muss auch gestehen, dass ich mich nicht überwinden konnte wirklich alles Gute zu wünschen. Da habe ich mich lieber mit anderen über die Unterschiede in der Pfadfinderei unterhalten.

Daraufhin habe ich leider wieder lange nichts von der Truppe gehört. Dafür bin ich aber immer wieder mit verschiedenen Leuten zum "Center of New Zealand" gelaufen und hab die schöne Aussicht von da oben genossen. Sonst ist eigentlich nicht viel passiert. Hier ist Alltag eingetreten, das hieß morgens lange schlafen - oder zumindest bis ich von Pang und Steffi, den beiden lustigsten Mädels hier im Hostel von ihrer Arbeit geweckt wurde, irgendwas als Beschäftigung suchte, was je nach Laune, das Internet, die freie Gitarre im Hostel meine neuen Devilsticks, der Strand war, oder was sich sonst noch so anbot.

Vom Wetter her war zumindest so gut wie alles möglich... Hier schien ständig die Sonne. Sau geil. Hoffentlich hielt das auch, wenn ich mich demnächst auf mein Fahrrad schwingen wollte und gen Ost losradeln würde.

Wieder waren einige Wochen rum und noch immer war nichts passiert. Jetzt war schon der 15. Dezember und ich immer noch in Nelson gefangen, doch ich hoffte, dass ich bald aus dieser Stadt rauskäme. Nichts gegen Nelson, das war wirklich eine schöne Stadt – oder besser es ließ sich hier gut aushalten, denn die Leute um mich rum waren klasse. Ich konnte viel mit anderen Musik machen, guter Job, meistens geiles Wetter,... Allerdings waren es mittlerweile schon BEINAH 3 MONATE, die ich hier hockte... langsam musste einfach mal wieder was Neues kommen! Eigentlich wartete ich auch nur noch auf ein Paket aus der guten alten Heimat und wenn das ankam, konnte es endlich losgehen! Vorher leider noch nicht, denn das Paket enthielt lebenswichtige Dinge für mich: Ein Zelt und einen Gaskocher!

Warum ich nicht einfach ein Zelt hier in Neuseeland gekauft habe? Im Warehouse, dem Billigladen für allen möglichen Schrott, so wie viele Backpacker das auch machen würden? Nunja, weil ich Qualität haben wollte. Ich würde, wenn denn dann so alles klappt wie ich es mir überlegt habe, das Zelt oft genug brauchen. Natürlich gab es in Nelson auch viele Outdoorläden, in denen man gut shoppen könnte, doch nach kurzer Absprache mit Pico, meinem persönlichen Berater in solchen Dingen, habe ich mich lieber dazu entschlossen das Zelt aus Deutschland zu ordern. Alles was ich hier bekommen hätte, mit halbwegs guter Qualität, wäre teurer gewesen als Zelt, Gaskocher und Transportkosten zusammengerechnet und trotzdem noch immer nicht so gut gewesen, wie das was ich jetzt bestellt habe. Dafür wartete ich dann auch geduldig noch ein zwei Wochen länger. Ich wollte eigentlich schon Ende November/ Anfang Dezember Nelson den Rücken kehren, doch es war meine eigene Schuld. Ich hatte mich einfach nicht früh genug darum gekümmert. Aber wenigstens war mein Chef so gütig und ließ mich noch solange arbeiten, bis ich wirklich weg war. Sonst würde ich ja NUR Geld verprassen... So konnte ich wenigstens nochmal ein bisschen mein Konto füllen. Auch nicht verkehrt. :-)

Und natürlich vertriebe ich mir auch meine freien Abende immer mit meinen Freunden hier oder mit meiner Musik. Das muss ich echt sagen, da war Nelson wirklich toll, denn hier gab es jeden Abend tolle Programme um sich in den Kneipen rumzutreiben. In jeder Kneipe und jedem Club war fast jeden Abend etwas los. So hatte ich zum Beispiel für meine Mittwochabende, wenn ich nicht gerade arbeiten musste, ein festes Programm: Erst ne QuizNight, dann Kneipenwechsel für ne Jamsession und anschließend in noch nem andern Club Karaoke singen. Perfekter Abend! :-) Und Donnerstags ging es auch immer schön weiter: Mit zwei drei Freunden im Sprig&Fern musizieren und anschließend zum Kiwijam. Ich war echt froh, dass ich mich entschlossen hatte meine Flöte nach Neuseeland mitzunehmen! Ohne ginge gar nicht! Mir fehlte nur ab und zu mein Saxophon, das gerade zuhause einstaubte, weil niemand drauf spielen konnte. :'-(

Dafür hatte ich aber vergangen Donnerstag die Chance mal wieder zu spielen. Ich war wie jede Woche bei der Jamsession und plötzlich fragte mich einer der Musiker "Can you also play Saxophon?" Im ersten Moment war ich total sprachlos und dann nur noch glücklich! Ich bin fast in die Luft gesprungen vor Freude. Ich hatte schon so lange nicht mehr spielen können. Dave, der mir das Instrument angeboten hat, war allerdings seinerseits verblüfft, als ich aus meinem Rucksack, mein eigenes Mundstück zauberte. Tja, ich bin eben eine waschechte Pfadfinderin: Allzeit bereit!:-)

Für die nächsten Stunden haben mich die anderen dann nicht mehr ansprechen können und zum Schluss fiel es mir echt schwer mich von dem Instrument wieder zu lösen. Aber er wollte nächste Woche auch wiederkommen und mich spielen lassen, was ein kleiner Trost war. Man glaubt gar nicht, wie sehr man Sachen, die man zu Hause zwar gerne, aber doch eher halbherzig macht, plötzlich so vermissen kann!

4. Teil - Die Fahrradtour

Ich hatte Nelson eigentlich schon Ende November verlassen wollen – oder was heißt eigentlich „schon“, immerhin waren es dann ja auch schon 2½ Monate, die ich dort gewohnt und gearbeitet habe - , aber da ist nichts raus geworden. Ich habe es leider verpasst mich frühzeitig um alles zu kümmern, damit ich auch wirklich startklar für das nächste Abenteuer auf meiner Reise war.

Seit ich in Auckland angekommen war, hatte ich das Gefühl gehabt, dass 9 Monate eine viel zu lange Zeit waren um dieses kleine Land Neuseeland wirklich zu erkunden – es sei denn man arbeitete fast die ganze Zeit, doch das war eigentlich nicht mein Plan.

Außerdem hatte ich auch schon bei früheren Urlauben gemerkt, dass die beste Art ein Land wirklich kennenzulernen war, es aus eigener Kraft zu bereisen. Wandern war mir jedoch zu langsam, da man da nicht wirklich von der Stelle kam, oder zumindest nicht schnell genug, um möglichst viel zu sehen. Zudem gab es hier auch, abgesehen von den vielen Wanderwegen in den diversen Nationalparks, keine wirklich schönen Straßen, auf denen man sich gerne lange aufhalten wollte. Meistens musste man doch auf den Highways bleiben, um von einem Ort zum nächsten zu kommen.

Eine weiter Alternative in Europa oder anderswo wäre vielleicht noch der Zug, doch für Neuseeland war das nur ein Traumdenken, denn es gab eigentlich nur drei Strecken, die man als Passagier bereisen konnte. Die Busse, die sich mit günstigen Angeboten nur so übertrafen und einiges abfuhren, hatte ich eigentlich schon ziemlich schnell abgeschrieben, denn damit kam man in der Regel nur von Stadt zu Stadt und Fotos konnte man nur aus dem Fenster raus machen, weshalb wohl die Hälfte der Bilder verwackelt und die Spiegelungen der Fensterscheibe mit abgelichtet wären. denen man jedoch eher von Stadt zu Stadt fährt und die ganze Landschaft, für die dieses natürliche vielfältige Land so berühmt ist, zieht am Fenster vorbei. Die Letzte Möglichkeit die einem noch bleibt, wenn man auf ein eigenes Auto verzichten möchte, ist das mitfahren bei anderen Backpackern oder trampen, oder besser gesagt „hitchhiken“, denn unter „trampen“ versteht hier jeder wandern. Also Daumen raus und ab dafür.

Aber bei diesen ganzen Methoden ist man immer relativ unflexibel, weil man immer auf andere angewiesen ist und innerhalb der Städte auch auf Busse oder die eigene Beinkraft zurückgreifen muss.

Ihr seht, mir gefiel das alles nicht. Trotzdem wollte ich aber meine „Heimat auf Zeit“ bereisen und natürlich möglichst viel sehen. Meine Wahl viel daher auf ein Fahrrad als Transportmittel. Man ist schneller als zu Fuß, aber langsamer als mit dem Auto. Dadurch sieht man viel und das was man sieht wesentlich intensiver, als wenn man nur vorbei rast!

Was mir dafür allerdings fehlte, war ein richtig gutes Zelt, dass ich, weil ich hier in Neuseeland, dem Outdoor-Land schlechthin, einfach nichts passendes gefunden habe oder diese sehr schnell mit ihren Preisen in die Höhe schossen, aus der Heimat bestellt und welches inklusive Transportkosten und Gaskocher immer noch billiger war, als eines mit Qualität hier. Und Qualität hat es! Außerdem ist es super leicht – ein weiterer Pluspunkt. Doch das hieß, dass ich wohl oder übel doch noch mal einige Zeit warten musste. Die Wochen zogen in das Land und von meinem Paket war nichts zu sehen. Das einzig Gute an der ganzen Zeit war eigentlich nur, dass ich noch weiterhin in der PizzaBar arbeiten durfte, obwohl ich ja eigentlich schon längst gekündigt hatte. So habe ich wenigstens nochmal ein wenig Geld verdient anstatt nur welches in Unterkunft und Ernährung zu verprassen. Das ganze allerdings leider zum Leitwesen meiner Kolleginnen, denn dadurch haben sie weit weniger Stunden bekommen. Ich war Amir aber trotzdem verdammt dankbar!

In der Weihnachtswoche ging es allerdings wirklich nicht mehr. Da auch noch 2 Feiertage hinzukamen, an denen das Restaurant geschlossen bleiben sollte, waren die aufzuteilenden Stunden sowieso schon viel zu wenig. Das wusste ich genauso gut wie Amir. Deshalb machte er mir dann das Angebot, ich solle doch schon mal mit meinem Rad losfahren und gucken dass ich irgendwo in Hostels unterkommen. Gesagt, getan!

Dankbar über diese Chance, packte ich schnell alle meine Sachen zusammen und machte mich am 22.12. um halb 10 mit meinem Rad und allem meinem Gepäck auf den Weg über den Highway 6 gen Osten nach Picton. Schon wenige Kilometer hinter Nelson hieß es anfangen zu klettern. 350 Höhenmeter musste ich nach oben. Auf der Spitze begegneten mir dann die ersten anderen verrückten, die ebenfalls mit ihrem Rad die Berge hinauf und hinunter sausten. Zwei Holländer, die extra für diese Fahrradtour ans andere Ende der Welt geflogen waren. Dementsprechend war auch ihr Gepäck wesentlich geringer. Doch da ich als Backpacker gestartet war und auch irgendwann nochmal ein normaleres Leben führen wollte, konnte ich wohl oder übel nicht nur das nötigste mit nehmen. Außerdem wusste ich auch nicht wo ich den Rest meiner Sachen sonst lassen sollte.

Nachdem ich die erste Hürde bewältigt hatte, und auf der anderen Seite viel zu schnell wieder runter gerollt war, hieß es ein zweites Mal an diesem Tag auf beinah 300m hoch zu fahren – oder in meinem Fall eher schieben. Danach war es eigentlich nur noch flach, doch meine untrainierten Kräfte mussten sich am Ende trotzdem Meter für Meter weiterkämpfen. Als ich am Ende des Tages, gegen halb neun in Havelock ankam, war ich aber dennoch sehr stolz auf mich. 78km und einige Höhenmeter waren für den ersten und dazu noch relativ heißen Tag gar nicht mal schlecht.

In der „Blue Moon Lodge“ fand ich auch noch ein freies Dormbett für die Nacht. Alles in allem ein sehr erfolgreicher Tag. Am Größten war aber, glaube ich, meine Freude darüber, Nelson endlich den Rücken gekehrt zu haben und wieder frei zu sein.

Der nächste Tag war noch heißer. Ich fuhr entlang des Queens Charlotte Drive weiter nach Picton. Eigentlich hätte ich mir gewünscht, noch weiter zu fahren, doch diese zwar nur 35km lange aber sehr sehr kurvenreiche und bergige Straße durch die Marlborough Sounds machte mir einen Strich durch die Rechnung. Nach vielen wunderschönen Bildern dieser herrlichen Landschaft und 6 Stunden fahren, kam ich ziemlich durstig und erschöpft in Picton an. Da ich ja nicht unter Zeitdruck stand und kein Hostel irgendwo gebucht hatte, beschloss ich in der Sequoia Lodge, in der ich schonmal gewesen war, nach einem freien Bett zu fragen. Ein Schild sagte mir, dass es keine Unterkunft mehr gibt. Ich wollte trotzdem mein Glück versuchen oder sonst bitten ob sie nicht für mich in anderen Hostels anrufen und dort nachzufragen. Ich hatte Glück! Vor mir checkte allerdings noch ein Pärchen ein, dass ihr Zimmer auch schon über Weihnachten gebucht hatte. Als sie meinten, das sie gerne mit den anderen Gästen am Christmas Day, dem 25.12., am BBQ teilnehmen wollten, da sie ja keinen anderen hätten, habe ich wohl etwas erwiedert, wie: „But you have still each other. I have nobody else, not even a bed for the night, so probably I'll celebrate Christmas anywhere alone in my tent!“ Am nächsten Morgen, als ich beinah schon wieder alles auf mein Fahrrad geschnallt hatte, bot mir dieses Pärchen, von dem ich nicht einmal einen Namen kannte und mit dem ich so gut wie noch kein Wort gewechselt hatte,  plötzlich an, wenn verfügbar, noch eine weiter Nacht in einem der Betten der zu schlafen und für die Weihnachtsnacht dann in ihren Van einzuziehen. Sie schliefen ja eh im Doppelbett. So hatte ich dann doch noch die Möglichkeit mit vielen netten Leuten zusammen das für mich wichtigste Fest im Jahr zu feiern. Manchmal ist es vielleicht doch ganz gut, wenn man nicht alles monatelang im voraus plante, sondern darauf vertraut dass sich alles irgendwann ergibt. Hätte ich ein Hostel in Nelson gebucht, hätte ich erstens nicht vorher aufbrechen können und zweitens wahrscheinlich allen anderen irgendwo am Strand beim besaufen zu geschaut. Das war zumindest ihr Plan gewesen, bevor ich losgefahren war – und so wie ich die Leute kenne, haben sie es auch wahr gemacht.

So habe ich den 24.12. also nicht auf dem Highway 1 Richtung Blenheim verbracht, sondern fuhr mit wesentlich weniger Gepäck entlang der Küste zu einem kleinen Strand, spielte ein wenig Musik und genoss die Ruhe. Das Weihnachten war, spürte ich kein bisschen, dazu war es viel zu warm.

Am Abend bin ich mit Susan aus meinem Hostel im Gottesdienst gewesen. Danach konnte ich es schon eher glauben, denn es war doch ziemlich ähnlich gestaltet wie eine deutsche Messe. Und dadurch dass es erst so spät angefangen hat, war es, als wir wieder raus gingen auch endlich dunkel und zumindest ein wenig kühler geworden, sodass man sich einfach einbilden konnte, sich in einer milden Winternacht in Deutschland zu befinden – wenn man die ganzen englischen Gesprächsfetzen, die von anderen Familien zu uns herüber wehten. Ausnahmsweise mal! :-P

Der weitere Weg führte uns dann in den Irish Pub in Picton. Ein wirklich netter Platz, an dem man gut und gerne mal ein paar Stunden verbringen kann. Auch diese Nacht tobte da das Leben. Ein Gitarrist spielte einige sehr gute Songs und das Publikum, viele junge Leute, aber ganz gleich welchen Alters, auf jeden Fall gut angetrunken, gingen gut ab. Mal ein ganz anderes Fest, aber nicht im entferntesten besinnlich. Und so ging es auch weiter. Im Prinzip waren die ganzen Tage hier am andern Ende der Welt nichts besonderes für mich. Tage wie alle andern auch. Im Stillen habe ich alles abgesagt dieses Jahr. Das einzig schöne war, meine Familie gesprochen zu haben. Ich wusste, dass meine gesamte Familie zusammen feiern wollte, also stand ich Freitag Morgen ganz früh auf um das Telefon für mich zu angeln und das erste Mal nach beinah vier Monaten die Stimme von meiner Mutter wieder zu hören. Billig war es, aber leider kamen kurz darauf auch andere Leute an, die gerne mit ihren Familien sprechen wollten, sodass mir keine Zeit blieb auch mit meinen Brüdern oder Oma, Opa oder sonst irgendwem zu sprechen. Sobald das Telefon aber noch mal frei wurde, rief ich auch bei meinem Vater an um ihn und meine Oma auch noch zu sprechen. Irgendwie hat es gut getan. Ich habe zwar kein Heimweh, aber denke trotzdem sehr viel an zu Hause und bin froh, dass ich zu dieser Familie gehören darf und das sie mich unterstützt, bei dem was ich mache.

Den Rest des Tages verbrachte ich mit Susan an diversen Stränden entlang des Queens Charlottes Drive. Dieses Mal sind wir allerdings mit ihrem Auto gefahren und nicht mit dem Fahrrad. Am Abend gab es BBQ, zu dem jeder etwas beitragen sollte. Da ich aber keinen Salat machen wollte, weil es schon so viele andere vorhatten, steuerte ich Käse zu, der eh weg musste und zum Nachtisch ein paar wenige Schokokrossies. Etwas, das für mich seit Jahren zu Weihnachten einfach dazugehört.

Meine Nacht im fremden Van, mittlerweile kannte ich auch die Namen der Besitzer, Alicia und Kev aus UK, war gut, aber nicht wirklich erholsam. Da es den ganzen Tag schon in der Hitze gestanden hat und auch während der Nacht nicht wirklich runter kühlte, konnte ich kaum schlafen. Daher beschloss ich kurzer Hand noch eine weitere Nacht in Picton zu verbringen, dieses Mal wieder in meinem eigenen Bett, und stattdessen den Arbeitern im Hostel zu helfen. Warum ich das gemacht habe, weiß vielleicht der Teufel, aber ich kann diese Frage nicht beantworten, denn eine freie Übernachtung, wie es für die anderen gab, war nicht drin. Ich bin einfach zu gut für diese Welt. :-P

Nach getaner Arbeit, merkte ich aber auch wieder, dass es die richtige Entscheidung geblieben war, nicht weiter zu fahren, denn sobald ich nichts mehr zu tun hatte, musste ich arg gegen meine Müdigkeit ankämpfen. Irgendwie brachte ich den Tag aber trotzdem rum. Hauptsächlich mit mehr oder weniger interessanten Gesprächen und Hörbuch hören.

Der Weg nach Blenheim gestaltete sich dann am nächsten Tag recht einfach. Obwohl ich erst sehr spät aufbrach, es war bereits 10.30Uhr, war ich schon gegen Mittag dort. Ich hatte schon befürchtet, dass ich wieder so schleichen würde, wie am zweiten Tag, zumal es mir auf den ersten Kilometern auch nicht besonders gut ging. Irgendwann kurz hinter dem Hauptweingebiet fing es zu regnen an. Doch nur ganz leicht, also nicht weiter schlimm. Trotzdem war ich froh, als kurz vor Seddon ein Farmer hielt und mir anbot das Rad mit samt Gepäck auf seinen Anhänger zu hieven und mich ein Stück des Weges mit zu nehmen. Dadurch hatte er mir einige Stunden gespart, was angesichts der Tatsache, dass der Wind irgendwann komplett wendete und mir stark entgegen blies und es auch stärker zu regnen begann, wirklich eine gute Tat war. Der Gegenwind war allerdings richtig unangenehm. So musste ich zum Beispiel einen Berg, den ich unter normalen Umständen mit Karacho runter gerollt wäre, doch tatsächlich kräftig in die Pedale treten um überhaupt vorwärts zu kommen. Dann macht es auch plötzlich keinen Spaß mehr, sich auf dem Weg nach oben abzumühen stets mit dem Hintergedanken „Wo's rauf geht, geht’s auch wieder runter!“.

Als ich in Ward ankam, war ich klitschnass und hatte keine Lust mehr noch 8km bis zum Pedellars Rest, einem wohl sehr netten Radlerhostel etwas abseits des Weges, weiterzufahren. Stattdessen buchte ich mich für eine Nacht in der einzigen Unterkunft in Ward ein. Einem Motel, dass schon für $25 pro Person in einem Wohnwagen anbietet. Das war das erste Mal seit Monaten, dass ich mein eigenes Reich hatte und irgendwie war es komisch. Ich wünschte mich zurück in die Gesellschaft eines Hostellebens. Doch ich war so müde, dass ich ohnehin um 7 Uhr schon in der Falle lag und schlief. Das einzig Gute am eigenen Zimmer, irgendwie war ich schon um 8 Uhr startbereit. Bisher war es immer weit später gewesen, dass ich mich in meinen Sattel geschwungen habe. Mit neuer Kraft ging es in einen weiteren regenlosen Tag. Leider auch relativ ereignislos. Das einzige wirklich interessante, das ich auf dem Weg nach Kaikoura sah, war ein Schild „Achtung! Seals auf den nächsten 4km!“ Seals sind die Seehunde hier in Neuseeland. Und tatsächlich, als ich einen Blick auf die Steine unter mir warf, die die Straße vom Meer trennten, stellte ich fest, dass sich dort in der Tat hundert und aberhunderte von Seals befanden, die sich faul hin und her wälzten und Sonne tankten. Unglaublich! Besonders als ich merkte, dass die meisten Autos einfach nur vorbei sausten. Ich sah sogar zwei, die miteinander kämpften. Fasziniert schaute ich mich um. Zwei Familien hatten aber doch angehalten. Die einen ganz offensichtlich Reisende, denn sie waren mit einem großen Wohnmobil unterwegs. Bei den anderen musste ich mit Erstaunen feststellen, dass sie mir verdächtig bekannt vorkamen. In der Tat handelte es sich bei ihnen dann auch um Stammgäste aus der PizzaBar, denen ich schon einige Mal ihr gewünschtes Essen gebracht habe. Ich könnte euch sogar sagen um was es sich dabei jedes Mal handelte, doch da es euch nur langweilen würde, lasse ich es lieber. Außerdem läuft mir selber bei dem Gedanken nur das Wasser im Mund zusammen. Sie bestellten nämlich jedesmal auch meine Lieblingspizza.

Doch auch der vierte Radeltag hatte irgendwann ein Ende. Um genau zu sein nach 84km in Kaikoura auf der DealStreet. Die ersten zwei Nächte verbrachte ich im Hostel TopSpot und dann wechselte ich die Straßenseite in die Dolphin Lodge. Beides sehr nette BBH Hostel. Eigentlich wollte ich ganz gerne direkt in die DolphinLodge einziehen, doch das war ausgebucht. Im TopSpot traf ich dann noch zwei deutsche, die mir ebenfalls bekannt vorkamen, bis wir irgendwann feststellten, dass sie auch einige Wochen vorher mal bei mir gegessen hatten. Sie waren, genau wie ich Backpacker, die das Land der langen weißen Wolke bereisen wollten und in die PizzaBar gekommen – den Grund nenne ich euch gerne - , weil Leute aus ihrem Hostel ihnen erzählten, dass die Pizzen und der Service so gut waren. Der Service, damit war ich gemeint! :-D

Am nächsten Tag führte mich der erste Weg einmal den Berg hinunter und zum i-Site, um mich über die Aktivitäten in der Stadt zu informieren. Ich wollte gerne eine Sache auf dem Wasser machen und eine in der Luft, also entschied ich mich für das fast schon obligatorische WhaleWatching für den nächsten Tag ,und einmal „Pilot a Plane“. Absolut bombastisch. Da ich das noch für den Vormittag gebucht hatte, habe ich mich sofort auf mein Rad geschwungen und bin die 8km aus der Stadt bis zum Flughafen rausgejagt. Schnell, wie der Wind, war ich da und natürlich viel zu früh. Zum Glück hatte der Pilot gerade nichts besonderes zu tun, weshalb er mir einfach sofort alles erklärte was ich wissen musste und kurz darauf saß ich auch schon in dem kleinen Zweisitzer. Motor angeschmissen und los ging die Fahrt übers Rollfeld. Einmal das Steuer leicht zu mir gezogen und – schwups – schon waren wir in der Luft. Einfach unglaublich! Ich durfte alles machen. Er hat nur ab und zu gesagt ich solle mal ein bisschen nach links, rechts oder unten fliegen, immer überm Meer und auf der Suche nach Walen. Die Sicht und Wetterverhältnisse waren eingentlich sehr gut, dass wir sogar noch welche hätten sehen konnen, aber leider waren keine da. War mir in dem Moment aber völlig wurscht! Ich bin geflogen! Habe selber eine Maschine gesteuert! Wooohooo... Zwischendurch hat der Käpt'n selber kurz das Steuer übernommen und mir zwei Manöver gezeigt, die meinen Bauch verdrehen ließen. Fast wie beim freien Fall.

Irgendwie sind die 20 Minuten viel zu schnell vergangen und wir haben wieder zur Landung angesetzt. Das hat auch er gemacht – zum Glück. Es hat schon so ziemlich geruckelt und ich weiß nicht was passiert wäre, wenn ich das gemacht hätte. Das waren teure 20 Minuten (ca. 85€), aber den Preis war es wert und ich weiß dass ich jede mögliche Chance in meinem Leben nutzen werde um einen Flugschein zu machen. Es gibt nichts geileres! :-)

Nachher wollte ich den schönen Tag gerne am Strand und im Meer beschließen, doch es war wieder wie schon so oft hier in Neuseeland: Die Sonne schien, es ist super warm, doch sobald sich meine Gedanken Richtung See bewegen wird es kalt! Tja, sei's drum! Dafür habe ich einen schönen Spaziergang genossen. Am Ende bin ich trotzdem am Meer gelandet. Der Strand in Kaikoura besteht aus lauter kleinen schwarzen Steinen, zwischen denen es immer wieder weiß aufblitzte. Perfekt, dachte ich mir und habe kurzerhand alle weißen Steine die ich finden konnte eingesammelt. Mit denen habe ich dann ein kleines Bild passend zum Jahreswechsel gelegt. Die Sonne brannte allerdings so heiß, dass ich mir auf den schwarzen Steinen beinah die Füße verbrannte. Leider war auch nicht mehr genug Zeit um es als Postkarte nach Deutschland zu schicken (die brauchen in der Regel eine Woche; Kosten: ca. 1€ für die Briefmarke), also habe ich das Foto davon am Abend einfach per Mail verschickt.

Am nächsten Morgen musste ich sehr früh aufstehen, da meine Bootstour schon um 7.45Uhr in See stechen sollte und ich vorher noch das Hostel wechseln musst, oder zumindest meine Sachen schonmal rübergetragen habe. Angekommen am Anleger erfuhr ich dann aber, dass wegen zu unruhiger See, alle Wasseraktivitäten für diesen Tag gecancelt waren. Na toll, und wofür bin ich dann so früh aufgestanden? Egal. Erstmal habe ich natürlich die Bootstour auf den nächsten Tag verschoben, mit der Hoffnung dann mehr Glück zu haben. Wenigstens war diesesmal noch ein Platz auf einer der späteren Touren frei, sodass ich wenigstens mal ausschlafen konnte.

Zu erst habe ich mich etwas an den Strand gesetzt und Musik gemacht, bis der Wind so stark wurde, dass ich mit meiner Lungenkraft nicht mehr dagegen ankam. Also zurück zum Hostel und einmal richtig einchecken und ein Zimmer beziehen. An der Rezeption wurde ich auch direkt gefragt ob ich ein Paket erwarten würde. Und natürlich, ich hatte Amir am Tag zuvor bescheid gesagt, dass er mein Zelt dorthin schicken könne. Die Rezeptionisten hatten sich nur gewundert, dass das Paket noch vor mir angekommen war. Aber wie auch immer, ich hatte endlich mein Zelt bekommen. Natürlich habe ich sofort alles ausgepackt und begutachtet, was der Pico mir da empfohlen hatte. Zu meinem Erstaunen und meiner großen Freude lag auch noch etwas Süß und eine Dankes- und Weihnachtskarte von Amir dabei. Richtig cool! Er hatte sogar noch 50$ (etwa 25€) mit reingesteckt! Wie krass ist das denn bitte? Das nenn ich mal n toller Chef! :-)

Am Nachmittag bin ich lieber drinnen geblieben, habe Postkarten geklebt, gelesen und dem Regen draussen zugeschaut.

Als ich am nächsten Morgen beim Frühstück saß, stellte ich fest, dass Mt Fyfee, der höchste Berg der Region in Schnee gehüllt war. Es hatte geschneit da oben. Und das im Sommer!

Mit zwei Schweitzern aus meinem Hostel bin ich dann für ein paar Stunden den Peninsula Walk, an einer Robbenkolonie gewandert, bevor ich mich gegen halb vier Uhr erneut zum Meer aufmachte.

Whale watching, Klappe, die 2. Und juchuu, diesesmal klappte. Es gab zwar eine Warnung für schnelle Seekrankheit, doch da ich so etwas noch nie verspürt habe, hat mich das nicht von meinem Abenteuer abhalten können. Also ab ins Boot und schön nach Walen Ausschau halten. Doch zuerst mussten wir noch einige Kilometer raus in den Ozean, bevor wir die Chance dazu bekamen. Doch dann endlich sahen wir den ersten, der ganz entspannt im Wasser lag. Wir waren sicher 10 Minuten da und haben eigentlich nur darauf gewartet, dass er den letzten tiefen Atemzug nimmt bevor er wieder untertaucht und seine Schwanzflosse zeigt. Der Moment auf den alle gewartet haben.

Sobald dieser riesige Tümpler verschwunden war, haben wir gleich den nächsten gesehen und sind hingeschippert. Bei diesem tauchten sogar noch zwei Delfine auf, die, hätte man im richtigen Moment abgedrückt das perfekte Bild ergeben hätten, doch das wäre dann nur Zufall gewesen, denn bevor man sie wirklich einfangen konnte waren sie wieder verschwunden. Und wieder begann das Warten auf die Schwanzflosse des Wales. Und schon wieder war der eine gerade verschwunden, als irgendwo weiter weg wieder das Spritzen des Atmen eines Wales zu sehen war. Nach der dritten Schwanzflosse hatte ich aber genug davon und lieber die Daumen gedrückt, dass nochmal ein Delfin ankommt, damit ich neben den Wal- und Seevogelbildern auch ein schönes Foto von dieser Art bekommen würde. Wenige Sekunden später entdeckten wir eine ganze Horde Delfin die auf unser Boot zu geschossen kam. Wenn es etwas wie „Bestellungen beim Universum“ gibt, dann war das definitiv eine.

Als ich wieder festen Boden unter den Füßen spürte, bin ich zurück zum Hostel und habe mit den beiden Schweitzern zusammen gekocht, bevor wir und – wie wir dann feststellten – das halbe Hostel aufgebrochen sind, um in einer kleinen netten Kneipe einer LiveBand zu lauschen und ins neue Jahr hineinzufeiern. Kurz vor Mitternacht wurde der Countdown gebrüllt, dann einige Umarmungen und Glückwünsche, bis die Band einfach weiterspielte. Kein Feuerwerk und nichts. Im Prinzip hätte das auch ein Abend wie jeder andere sein können. Für mich kam das aber relativ gelegen, denn dadurch hatte ich kein allzuschlechtes Gewissen, als ich mich schon sehr früh von allen verabschiedete. Schließlich wollte ich am Morgen wieder einigermaßen früh raus, um weiter gen Süden zu radeln. Trotzdem habe ich was vermisst.

Der erste Teil des Weges wand sich am nächsten Tag, meinem 5. Tag auf dem Rad, erst einmal wunderschön entlang der Küste, bevor er sich ins Landesinnere kehrte. Dann war es schon nur noch halb so schön und vor allem auch sehr sehr windig. Seitenwind – gar nicht schön als Fahrradfahrer. Er stoppt einen zwar nicht so stark, wie Gegenwind, aber trotzdem hat es mich beinah vom Rad gefegt. Und obwohl der Wind so kräftig wehte, war die Luft sehr sehr trocken, da sie von Westen her kam. Weit bin ich an diesem Tag auch nicht gekommen. Froh dass ich mein Zelt hatte, habe ich mir einfach einen schönen Platz auf einem „nicht camping“-Parkplatz gesucht und dort mein Lager für die Nacht aufgeschlagen. Neben an direkt der Waiau River für ein bisschen Hygiene zwischendurch und ansonsten Ruhe – abgesehen von den ganzen Trucks natürlich, die rund um die Uhr über den Highway 1 jagen.Trotz alledem hatte ich eine wunderbare erste Nacht in meinem Zelt.

An sich habe ich kurz vor Spotswood campiert, doch trotzdem zog sich der Weg am nächsten Morgen, bis ich endlich in Cheviot ankam. Dort habe ich erstmal eine Trinkpause eingelegt und meine Wasserflaschen aufgefüllt, bis ich mich weiter diese langweilige anstrengende Straße zwang. Richtig deprimierend wurde es dann allerdings, als ich irgendwann von Markus, einem anderen deutschen Radler überholt wurde, der im gleichen Hostel in Kaikoura gewesen ist, dieses allerdings erst einen Tag nach mir verlassen hatte und dementsprechend schon wesentlich weitergekommen ist, während ich mich Meter für Meter weiter kämpfte. Zu meiner Verteidigung darf ich hier aber noch anbringen, dass er auch schon 4 Monate in Neuseeland mit dem Rad unterwegs war und ich gerade Mal meinen 6. Tag gestartet hatte. Ein kleiner aber feiner Unterschied. Richtig aufmuntern konnte es mich dennoch nicht. Von daher war ich froh, als ich dann wenigstens am Abend in Waipara wieder aufkreuzen konnte, mit dem guten Gefühl, dass ich wenigstens etwas geschafft hatte an dem Tag. Das einzige Backpacker in dem kleinen Ort ist mit das geilste, das ich bisher gesehen habe. Es ist nicht besonders ordentlich oder freundlich, hat auch keine atemberaubende Lage, aber es ist besonders originell! Denn in „Waipara Sleepers“ schläft man nicht in einem gewöhnlichen Haus, sondern hier sind die Dorm-, Einzel- und Doppelzimmer alte Zugwaggons, die sogar noch auf Gleisen stehen. Gleichzeitig bietet der Platz auch sehr viel Raum für Zelte. Trotzdem habe ich mir für diese Nacht ein Bett in einem Dormwaggons geleistet (ca.10€). Ich fand die Erfahrung in einem Zugwaggon zu schlafen war das Geld wert - auch wenn der Zug nicht in Bewegung war! ;)

Zum Abendessen wurde ich freundlicherweise von drei Frauen eingeladen, die sich viel zu viel gegrillt haben und froh waren, dass sich noch ein Mitesser gefunden hat. Die drei, sehr gute Freundinnen, von unterschiedlichen Farmen, die sich ab und zu mal auf dem Platz für ein Wochenende Urlaub treffen, waren super nett, aber von ihren Umgangsformen auch sehr rau. Aber das ist relativ normal hier. Besonders wenn man den größten Teil seines Lebens irgendwo im Nirgendwo verbringt und außer ein paar wenigen Verwandten, die genauso erzogen sind, niemanden gibt der einen beobachtet. Ob du's glaubst oder nicht, Mutti, die hätten sich von mir gut noch ne Scheibe abschneiden können.

Eine der drei Frauen gehörte zu der Organisation WWOOF (Willing Workers On Organic Farms). Diese Organisation bietet eine Liste aller Farmen in Neuseeland, die gegen vier Stunden Arbeit bereit sind, Leute für in der Regel ein bis zwei Wochen eine Heimat und Essen zu bieten. Eine gute Sache, aber irgendwie habe ich mich noch nicht dafür angemeldet, um die Liste zu bekommen. Es gibt andere Wege um an die Adressen zu gelangen. Zum Beispiel andere Backpacker. In diesem Fall hat Marg mir ihre Adresse direkt gegeben, sodass ich zu jeder Zeit einfach anrufen konnte.

 

 

5. Teil - Christchurch

3. Januar

Der nächste Tag war ein Sonntag. Ich schwang mich irgendwann gegen 10 Uhr wieder auf mein Rad um die letzten relativ einfachen 70 Kilometer bis Christchurch zu fahren. Unterwegs kam ich durch einen kleinen Ort Kaiapoi in dem ich plötzlich stark in die Bremsen stieg, denn in meinen Augenwinkeln hatte ich unbewusst ein Holztor passiert, dass ich schon auf einem Foto gesehen hatte. Es war das Eingangstor zu „Blue Skies“, dem Pfadfinderplatz. Ohne zu überlegen bin ich nach rechts abgebogen und habe das Gelände erkundet. Schon interessant, zumal es auch gleichzeitig ein gewöhnlicher Campingplatz war, die unabhängig von einander geführt werden. Aber auch die Kletter- und Abseilwand war sehr schön. Nicht allzu hoch, aber um eine Gruppe eine Zeit lang zu beschäftigen, reichte sie aus.

In einem kleinen Gebäude war auch ein Pfadfindermuseum ausgeschrieben, dass nur einmal die Woche für ein paar Stunden, was zufälliger Weise nur ein paar Minuten später sein sollte. Da ich auch schon mehr als die Hälfte meiner Tagesetappe hinter mir hatte und mich auf dem Platz beinah wie zu Hause fühlte, blieb ich dort und wartete. Kurze Zeit später kamen zwei tschechische Pfadfinder an, die nur für ein paar Wochen in Neuseeland waren. Das Museum generell war nicht besonders groß, aber es war sehr schön, mit einer guten Übersicht über die neuseeländische Pfadfindergeschichte. Nach etwa 2 Stunden in Kaiapoi machte ich mich am frühen Nachmittag schließlich auf, um auch die allerletzten Kilometer bis Christchurch hinter mich zu bringen. Ich schaute nicht wirklich nach einem Hostel, da mir von jemandem das Dorset House empfohlen worden war, also führte mich mein erster Weg dorthin und – ich hatte Glück, es war noch ein Dormbett für diese Nacht frei. Für die nächsten Tage musste ich mir dann zwar etwas neues suchen, doch das war schon mal ein Anfang. Ansich hatte ich das Angebot gehabt, in Christchurch bei Carly, die aus dem gleichen Ort kommt und seit einigen Jahren in Neuseeland wohnt, unterzukommen, doch natürlich war sie gerade noch in der Heimat in Deutschland. Wie dem auch sei, ich bin nach dem Einchecken erst einmal in Richtung Innenstadt aufgebrochen und durch verschiedene Straßen gestrolcht. Das ist sowieso immer das Beste: Wenn man ohne Ziel los läuft, kann man sich auch nicht verlaufen. :)

Wobei, ein etwaiges Ziel hatte ich schon, denn ich wollte mir auf dem Weg ein paar Hostels anschauen, damit ich am nächsten Morgen zielstrebig ein bestimmtes ansteuern konnte und nicht noch mit allem Gepäck und schwer beladen auf die Suche begeben musste. Unterwegs wurde ich allerdings etwas von meinem Weg abgelenkt, denn aus einer der zahlreichen Städte schallte Musik auf die Straße, was mich dazu veranlasste einfach durch die großen schweren Holztüren zu lugen. Sofort wurde ich von einer jungen netten Studentin angesprochen und in ein Gespräch verwickelt bis sie meinte, hier fände jetzt ein Gottesdienst statt, zu dem ich natürlich herzlich eingeladen wäre. Ich kann echt nicht erklären warum, aber ich hatte schon die ganzen letzten Tagen das Verlangen gehabt an diesem Sonntag in die Kirche zu gehen und so schlug ich die Einladung nicht aus. Ziemlich interessant, aber auch ziemlich anders als die die ich bisher aus England und Deutschland kannte. Der Ablauf war eigentlich wie folgt: Eine Begrüßung, eine Bibelstelle wurde vorgelesen, jemand hat seine Interpretation erklärt und alle anderen haben es sich notiert ohne es zu hinterfragen. Mir haben einige dieser Ideen nicht verstanden und besonders die Beziehung in die heutige Zeit nicht gefallen. Es war fast schon eine Zustimmung zum Krieg, wie ich es verstanden habe.

Zwischendurch war es hart für mich allem zu folgen, weil es sich einfach sehr lange hingezogen hat und mir auch einige der Worte wie „righteousness“ (Gerechtigkeit) nicht geläufig waren. An einem Punkt wurde ich allerdings wieder hellhörig, als vom YLC einem Bibel-Lehrgang berichtet wurde, das am nächsten Tag losgehen sollte und für das Jugendliche und Ältere aus ganz Neuseeland nach Christchurch gekommen waren. Dieser Lehrgang sollte in Kaiapoi in „Blue Skies“ stattfinden, was wahrscheinlich der Hauptgrund war, dass ich sagte mich dafür zu interessieren und gerne zu den Abendgesprächen gehen wolle. Allerdings war es zu weit um Fahrrad dahin und besonders nachts alleine wieder zurück zu fahren. Doch natürlich bot sich auch hier wieder eine Lösung. Dieses Mal in Form einer dreiköpfigen Familie, die mir anbot, mich am nächsten Abend mit hinaus nehmen zu können. Aber damit nicht genug von meinem Glück: Sie luden mich auch ein, bei ihnen zu schlafen. Perfekt! Damit war auch das Hostelproblem um eine weitere Nacht verschoben.

Nach dem Gottesdienst, auf dem Weg zurück zum Dorset House, wurde mein Blick wieder durch laute Musik abgelenkt und als ich sah, woher sie dieses Mal rührte, musste ich beinah lachen. Ein paar Stockwerke über mir übten gerade einige Leute Salsa tanzen. In dem Moment hab ich den Tag im Stillen „Matze-Tag“ genannt. Erst Pfadfinder, dann Kirche und auch noch ne Tanzschule?! Das kann kein Zufall sein!

Montag morgen bin ich schließlich mit allen meinen Sachen wieder ein Stück aus der Innenstadt rausgefahren und bei meiner Gastfamilie eingefallen. Nigel, der Familienvater öffnete mir die Türe und zeigte mir alles. Als ich ihre Küche sah, musste ich mir einen Lacher verkneifen. Das war echt das unglaublichste Bild, was sich mir geboten hat. Die gesamte Arbeitsfläche war mit irgendwelchem Müll und ungespültem Geschirr voll gestellt und das bei einer Familie, die durch ihre Kleider und Umgangsformen eher auf sehr ordentlich und Etepetete schließen ließen als auf so etwas. In den nächsten Tagen habe ich auch gesehen, dass auch das Elternzimmer nichtbesser aussah. Nicht, dass ich da herumgeschlichen bin, aber ich musste da unweigerlich immer hineinschauen, wenn ich aus meinem Zimmer kam. Dahin gegen war ja mein Zimmer zu Hause noch ordentlich. ;)

Ich blieb aber nicht lange in dem Haus, denn ich wollte mich lieber noch etwas in der Stadt umschauen. Mein erster Weg führte mich entlang des Avon gen Stadtzentrum und zum Cathedral Square. Ich glaube ganz Christchurch besteht aus Musik, denn auch hier wurde ich wieder von welcher begrüßt. Dieses Mal war es eine sehr gute Rockband aus Dunedin, die mitten auf dem Platz stand und spielte. Die Musik war gut, das Wetter war geradezu herrlich und ich hatte nichts weiter vor heute, also hab ich mich einfach hingesetzt und gelauscht. Zwischendurch dachte ich, Tantrum wäre mir jetzt lieber, aber man kann nicht alles haben. Die Band spielte, bis innerhalb von wenigen Sekunden ein Sturm aufzog und es anfing zu nieseln. Ganz schnell haben die Jungs, ich und ein paar andere Helfer ihre Instrumente und Technik weggepackt und ich war wieder allein. Um mich auch vor dem leichten Regen zu schützen, schritt ich in die Kathedrale hinein. Nach einem guten Rundblick fiel mir auf, dass dort sowohl die WOSM, als auch WAGGS-Pfadfinderflaggen hingen. Neugierig warum sie dort zu finden waren, fragte ich einen Arbeiter, der mir erzählte, dass Baden-Powell im Jahr 1912 im Auftrag der englischen Krone in Neuseeland gewesen ist und ihnen eine britische Flagge überreicht hat, die immer noch dort hängt. Gleich daneben ist das Pfadfindergesetz in eine Messingplatte graviert. Dieser Helfer zeigte mir auch gleich noch im Eingangsbereich einige Steine von Kirchen aus verschiedenen Ländern. Auf Platz Nummer 1 war natürlich der Kölner Dom. Ein Zeichen aus meiner Heimat! :)

So langsam war es jetzt auch schon wieder Zeit zurück zu der Familie zu fahren, denn Nigel und ich wollten schließlich nach Kaiapoi zu dem Eveningtalk. Ich war überrascht, wie jung die meisten der Konferenzteilnehmer waren. Auch heute wurde wieder eine Bibelstelle vorgelesen, interpretiert und von allen schön brav aufgeschrieben. Im Anschluss gab es noch warme Getränke, Kekse und nette Gespräche.

Zurück zu Hause zeigte Ronnie mir erstmal die ganze Wohnung genauer, erklärte mir die Waschmaschine, meinte wann immer ich Hunger haben solle, könne ich mir was zu essen nehmen. Irgendwie fand ich das komisch, denn ich dachte ich solle mir ein neues Hostel suchen, doch als ich nachfragte, antwortete sie, sie würden erwarten, dass ich bis kommenden Samstag bleibe. Wer jetzt aufmerksam gelesen hat, hat wohl gemerkt, dass das fast eine ganze Woche sein würde, die ich weder Hostelkosten noch Essen bezahlen musste. Man, was hab ich ein Glück!

Am Dienstag habe ich mal Reinhold, ein österreichischer Pfadfinder, der seit vielen Jahren schon hier wohnt, angerufen ohne irgendwas zu erwarten, doch anscheinend war er auch schon lange genug in Europa um zu wissen wie man sich verhält, wenn ein Pfadfinder sich meldet. Jedenfalls war er sofort bereit sich mit mir zu treffen und so lud er mich für den nächsten Tag zu einem Ausflug nach Akaroa eingeladen. Danach bin ich erst einmal zum WAREHOUSE STATIONARY gefahren um neue Fotos auszudrucken (0.29$/Bild und idR innerhalb von wenigen Minuten fertig), damit ich mal wieder Postkarten basteln könne. Sonst habe ich nicht viel gemacht. Ich bin durch einen nahegelegenen Park gelaufen und hab mir einfach mal einen faulen Tag gemacht. Im Internet habe ich noch eine Stellenanzeige gesehen, die nur für ein paar Wochen gewesen wäre, was eigentlich ganz gut wäre, denn ich hatte keine Lust direkt wieder zu arbeiten, aber ein bisschen Taschengeld wäre schon ganz schön gewesen. Als ich aber da anrief, war der Job schon vergeben. Naja, macht auch nichts. Am Abend war ich noch einmal beim Eveningtalk, um festzustellen, dass es wiedermal genauso war wie sonst auch. Ich konnte immer noch nicht sagen, was ich davon halten sollte. Mir widerstrebte es, zu glauben, dass keiner hinterfragt, was ihnen erzählt wurde. Vielleicht schrieben sie es ja auch nur auf, um nachher darüber zu zweifeln und eigene Gedanken zu entwickeln, doch irgendwie hatte ich nicht wirklich das Gefühl, dass das so war.

Am Mittwoch morgen wurde ich von Reinhold und seinem Sohn Michael abgeholt und wir sind raus auf die Halbinsel vor Christchurch gefahren. Die Banks Peninsula war vor vielen Jahren der Ort, an dem die meisten Siedler den Hafen von Lyttelton anfuhren. Als der Platz zu knapp wurde, um sich weiter auszubreiten, erklommen sie den Berg und sahen, dass dahinter eine riesige Ebene lag, die perfekt für viele hunderte Farmen schien. Fortan mussten die Neuankömmlinge nach der langen Schiffsreise noch den schmalen und gefährlichen Briddle Pass überwinden, bevor sie sich irgendwo niederlassen und ein neues Leben beginnen konnten.

Akaroa ist die größte Stadt auf den Banks Peninsula und war ursprünglich eine französische Siedlung. Auch heute haben viele Straßen noch französische Namen wie etwa „Rue Jolie“. Nachdem wir etwas ziellos durch die Gegend gelaufen waren, sind wir gegen 2 Uhr mit einem der Touristenschiffe rausgefahren, haben viele Seals, einen der kleinsten Pinguine der Welt im Wasser gesehen und eine Gruppe die gerade mit Delfinen geschwommen ist. Zu deren Pech haben sie die Delfine irgendwie nie sehen können, aber wir hatten eine super Sicht. Das war wieder eines der Male, dass ich mich über meine kleine Kamera geärgert habe, denn für richtig schöne Bilder damit ist sie eben doch nicht ausgelegt.

Auf dem Rückweg sind wir durch Lyttelton und den Tunnel, der heute die Canterbury Plains mit den Banks Peninsula verbindet, haben irgendwo Fish'n'Chips zum Dinner gekauft und bei denen zu Hause mit Reinholds super netter Frau verspeist.

Die einzigen Worte, die ich übrigens an diesem Tag in deutsch gesagt habe, waren Pfadfinder-Treffpunkt, denn so heißt eine Homepage und den Namen übersetzen bringt wohl nicht viel. Reinholds deutsch war schon sehr eingerostet und Michael konnte es überhaupt nicht. Da hat man schon verschiedensprachige Eltern und lernt trotzdem nur englisch. Unmöglich! - aber relativ normal in Neuseeland.

An diesem Abend war ich nicht in Kaiapoi, dafür habe ich aber einige Badges und neue Kontaktadressen von Pfadfindern bekommen. Am Dienstag habe ich dann direkt mal einen davon angerufen, denn, wie Reinhold mir gesagt hatte, war heute sein Geburtstag. War lustig, denn er wusste absolut nichts zu sagen. Hehe. Wenigstens hat er sofort ein Treffen vorgeschlagen.

Am Samstag habe ich eine Mail von Freunden bekommen, die ich aus Nelson kannte und zufällig auch gerade in Christchurch waren. Leider hatten sie keine Handynummer und haben meine Mail, dass wir uns ja am Nachmittag auf dem Cathedral Square treffen könnten, erst zu spät bekommen, aber da ich es ja gesagt hatte, bin ich natürlich hingegangen, nachdem ich bei der Familie Ellis ausgezogen und im KiwiBasecamp für eine Nacht eingezogen bin. Zum Glück ist auf dem Platz immer was los, so dass es nichts ausmachte, dass ich lange vergeblich gewartet habe. Wobei, ganz vergeblich war es auch nicht, denn ich traf zwei Mädels, mit denen ich auch Weihnachten in Picton gefeiert hatte. Nachdem ich mich etwas mit ihnen unterhalten habe und Leo mir überschwänglich erklärte, wie froh sie sei, dass ich noch lebe (kurz vorher war ein deutsches Mädel, 19 Jahre, tödlich mit dem Fahrrad verunglückt), traf ich jemand anders, den ich aus Nelson kannte und während ich mich noch mit ihm unterhalten habe, rief mich eine Stimme hinter mir. Ich drehte mich um und sah Linda und Roxy, durch die ich an den Job in der PizzaBar rangekommen bin und mit denen ich zuerst ein paar Wochen dort zusammen gearbeitet habe. Was für eine Freude! Zumal als mir kurz darauf auffiel, dass die beiden am nächsten Morgen die Rückreise nach Deutschland antreten würden.

So viele Zufälle an einem Tag, doch damit noch nicht genug! Am nächsten Tag musste ich wieder das Hostel wechseln, da das andere ausgebucht war. Dieses Mal hatte ich mich im „Old Countryhouse“ eingebucht, bei dem ich später erfahren habe, dass Leo und das andere Mädel aus Picton auch dort wohnten. Als ich ankam begegnete ich noch einer Engländerin, die ebenfalls über Weihnachten in Picton gewesen war. Während ich mich mit ihr noch unterhielt, schallte plötzlich eine Stimme aus einem der Fenster, die ich schon seit Halloween nicht mehr gehört hatte. Katrin ist damals auch im Green Monkey gewesen. Unglaublich und alle treffen sich in dem einen Hostel. Auf dem Weg zurück in die Stadt kam mir noch eine bekannte Person entgegen. Markus, der deutsche Radler aus Kaikoura, hatte die letzten Tage auf der Banks Peninsula verbacht und wollte jetzt in Christchurch auf einen Freund warten. Und natürlich auch wieder genau im gleichen Hostel. Wer nicht glaubt dass das möglich ist, könnte recht haben. Woanders auf der Welt würde das wahrscheinlich auch niemals so oft passieren, doch hier in Neuseeland ist das ganz normal.

Die beste Geschichte, die ich hier in Christchurch auch gehört habe und bestätigt gesehen habe, war übrigens über einen Niederländer, den ich ebenfalls schon aus Nelson kannte. Und zwar hat er sich, anstatt, wie jeder andere Backpacker, jemanden zu suchen der ein Auto hat, mit dem man sich die Spritkosten teilen kann oder zu trampen, ein Auto gekauft OHNE einen Führerschein zu haben!!!! Jetzt sucht er immer nach Fahren ohne Auto. Ziemlich blöde, denn schließlich darf er dann für alle Reperaturkosten und alles aufkommen. Verlust vorprogrammiert!

An dem Sonntag habe ich dann auch tatsächlich noch Jon-e, den Pfadfinder auf einen Kaffee getroffen und noch mehr Badges und Informationen bekommen. Endlich mal ein wirklich offener Kiwi. Juchuuu!

Montag schließlich habe ich mich das erste Mal mit Carly und Hana, die mittlerweile auch wieder der Heimat den Rücken gekehrt hatten, getroffen. Sehr sehr nett und am Ende hat Carly mich nochmal eingeladen bei ihnen zu wohnen, was ich ein paar Tage später in die Tat umgesetzt habe. Erstmal war es nur für ein paar Tage, denn schon am Samstag habe ich mich mit dem TranzAlpine mit dem Zug über den Arthurs Pass nach Greymouth aufgemacht. Ich wollte nicht nur in Christchurch rumlungern und dachte mir das sei eine schöne Abwechslung. Außerdem hatte ich vom „Knifemaking“ in Barrytown gehört, was richtig verlockend war. Als ich auf der anderen Seite ankam, schien die Sonne und es war etwa 27°C. Irgendwie passte das gar nicht, denn das einzige was man von der Westküste regelmäßig hört, ist der stetige Regen, der dort unerbittlich niederprasselt.

So habe ich am Sonntag Shantytown, ein kleines nachgebautes Kohledorf (Eintritt etwa 12,50€) besucht und mich am Montag mit meinem Rad, was ich natürlich mitgenommen hatte, zu dieser kleinen Ortschaft aufgemacht. 26Km, die meine letzten mit dem Fahrrad sein sollten, denn dort hatte ich beinah einen Unfall. Es war zum Glück nur knapp und ich bin mit einem Schreck davon gekommen, aber das war für mich ein Zeichen. In Barrytown gab es nur ein Hostel, das ausgerechnet heute Nacht geschlossen hatte, doch ich hatte wiedermal Glück und die Leute die dort waren, erlaubten mir trotzdem für 10$ (5€) mein Zelt aufzuschlagen.

Am Dienstag, 19. Januar, habe ich an dem Workshop teilgenommen und hielt am Ende eines lustigen Tages mit netten Leuten mein eigens geschmiedetes Messer in den Händen. Mein Problem war dann allerdings, dass ich noch die 26km zurück nach Greymouth fahren wollte, es allerdings schon zu spät war und ich auch nicht mehr wirklich radeln wollte. Mein Plan: Hitchhiken! Ja, sogar mit Fahrrad möglich, denn die meisten Kiwis haben auch Pickups und wollen immer sehr gerne mit den Verrückten sprechen, die auf die Idee kommen ihr Land mit eigener Energie auf zwei Rädern zu bereisen. Ich kam allerdings gar nicht bis zur Straße, denn schon vorher bot mir ein älteres Pärchen, die auch ein Messer gemacht haben, an, mich zumindest ein Stück mitnehmen zu können. Ihr Auto war jedoch nicht das größte und so mussten wir die gesamte Rückbank umklappen damit es reinpasste. Dadurch hatten wir aber einen Sitzplatz zu wenig. Natürlich sagte ich sofort, ich könne mich auch irgendwie dazwischen setzen, doch die Frau meinte, ich sei doch viel zu groß und kletterte kurzerhand selber hinein. „Ich bin aber dafür auch jünger!“ habe ich mir lieber verkniffen und setzte mich auf den Beifahrersitz. Letztenendes haben die beiden mich dann sogar wirklich fast bis nach Greymouth reingefahren. Dafür haben sie mich aber direkt vor einem kleinen Berg rausgelassen, um danach hoch zu fahren und oben zu drehen. Na super! Aber die Ansteigung war nicht hoch und danach konnte ich mich wenigstens einfach rollen lassen. Zurück im Neptunes, in dem ich auch schon die Nächte vorher geschlafen hatte, baute ich mein Zelt wieder auf und wurde von Chris und Lucy mit „Welcome home!“ begrüßt. Auch die letzten Tage war noch super Wetter gewesen. Keine Wolke am Himmel und richtig schön warm. So richtig schön untypisch. :)

Zwei Tage später musste ich mich wieder von ihnen verabschieden, denn der Zug sollte mich wieder zurück nach Christchurch bringen. Doch vorher musste ich ihnen versprechen wiederzukommen und mit ihnen zu arbeiten.

Auf dem Rückweg regnete es. An sich ist es so, dass auf dem Arthurs Pass immer ein totaler Wetterumschwung ist, denn wenn es an der Ostküste regnet, ist es ander Westküste wunderschön und andersrum genauso. Bei mir leider nicht. Es klarte sich zwar etwas auf, doch der Nieselregen ließ nicht ganz nach bis ich in Christchurch ankam. Dort zog ich direkt wieder bei Carly ein. Mittlerweile hatte ich mir aber einen kleinen Masterplan mit ein paar Eckdaten geschrieben, von dem was ich noch alles auf der Südinsel machen wollte. Als nächstes stand WWOOFen mal auf dem Plan, also rief ich Marg, die Farmerin, die mir in Waipara ihre Nummer gegeben hatte, und fragte ob sie in der nächsten Zeit Hilfe gebrauchen könnte. Wir machten den kommenden Mittwoch aus, dass ich dann wieder zurück nach Kaikoura fahren würde und sie mich dort aufgabelte. Die Zwischenzeit habe ich viel mit Carly und Hana verbracht. Einen Tag sind wir nach New Brighton an den Strand gefahren. Ansonsten war es nicht so wirklich abwechslungsreich, aber schon irgendwie sehr nett. Carly wollte sich gerade ein Fahrrad kaufen und ich meins verkaufen. Leider konnten wir das nicht so regeln, dass sie mir meins einfach abkauft, deshalb hab ich nach anderen Verkaufsmöglichkeiten gesucht. In einem Secondhandfahrradladen boten sie mir 325$ dafür. Nachdem ich aber schon über hundert $ mehr alleine für das Rad bezahlt hatte und noch einige Zusatzkäufe gemacht hatte, war mir das eigentlich zu wenig. Ich bschloss den Verkauf auf die Woche nach dem WWOOFen zu verschieben.

Diese Woche fand auch das WorldBuskersFestival in Christchurch zu dem ich eigentlich sehr gerne hin wollte. Busker sind Straßenkünstler und hier kamen die besten zusammen. Das einzige was ich allerdings hinbekommen habe, war ein deutscher Jungleur mit Diabolos. War nicht schlecht, allerdings auch nicht atemberaubend. Nicko, das hättest du auch hinbekommen. Vielleicht hättest du die Diabolos nicht ganz so hoch werfen können, aber richtige Tricks wären spannender gewesen und davon hatte er nicht viele auf Lager. Zumal ihm die Diabolos auch ständig entglitten. Ich nehme mal an, das lag an der Nervosität. Es war aber irgendwo schon ne recht lustige und unterhaltende Show.

An dem besagten Mittwoch, 27. Januar musste ich schließlich um 5 Uhr morgens aufstehen, um von Riccarton einmal quer durch den Hagleypark bis zum Cathedral Square zu laufen. Von dort brachte mich ein Bus die Ostküste wieder hinauf bis Kaikoura. Ich war hundemüde als ich dort schließlich ankam. Als Marg mich abholte und wir zu ihrer Farm rauf fuhren, stellte ich fest, dass sie etwa 30km nördlich gewesen sein musste. Mal wieder ein Zeichen dafür, dass Entfernungen in unterschiedlichen Ländern unterschiedlich gewertet werden. Sie hatte mir vorher erklärt, ihre Farm läge direkt bei Kaikoura, nicht weit entfernt.

Auf der Farm wurden wir direkt von einem Hund und ein paar Schafen begrüßt. Marg zeigte mir alles, mein Zimmer, meine Arbeitsfläche, ihre Pferde und dann legte ich los. Ich sollte jeden Tag 4 Stunden ihren Gemüsebeet bearbeiten. Ersteinmal Unkraut jähten und dann ein neues Beet anlegen. Mit Musik im Ohr waren die vier ersten Stunden schnell rum und ich hab einiges geschafft bekommen. Es war zwar nicht meine Lieblingsbeschäfftigung, aber ansich hätte ich das schon ne Woche aushalten können jeden Tag mit meinen Händen im Dreck zu wühlen, wenn ich wenigstens eine schöne Dusche und ein sauberes nettes Zimmer in Aussicht gehabt hätte. Allerdings war die Dusche wohl im Moment kaputt und mein Zimmer war irgendwie so dreckig und schlicht, mit ner einfachen Matratze und einer ekelhaften Decke drauf, dass ich mich nicht richtig darauf freuen konnte Nachts darin zu versinken und entspannt zu schlafen. Außerdem war mir in der halben Stunde nach meiner Arbeit und bevor wir ausreiten wollten schon so langweilig, dass ich die ganze Zeit nur daran dachte mich direkt wieder zurück nach Kaikoura fahren zulassen. Ein weiteres Problem: Ich wusste, dass Sven zu der gleichen Zeit irgendwo an der Westküste war. Dadurch blieb mir die Wahl zwischen einer langweiligen, dreckigen Farm auf der ich mich nicht wirklich wohlfühlte und Sven zu fragen ob er mich auf seinem Trip durch den Süden der Südinsel mitnehmen würde. Mir viel die Entscheidung nicht wirklich schwer, zumal ich mir seine Antwort auch sehr leicht ausmalen konnte.

Doch vorher sind Marg und ich erst noch am Strand entlang geritten. Ob das so gut war, weiß ich auch nicht. Zumindest konnte ich es nicht so genießen, wie ich es mir immer ausgemalt hatte, wenn ich von einem wilden Ritt entlang des Meeres geträumt hatte. Das Pferd, das sie mir zuwies, war erst seit kurzem auf der Farm und wie sie nach und nach zu gab, wusste sie nicht viel darüber. Sie hatte keine Ahnung wie es sich an einer viel befahrenen Straße verhalten würde oder ob es schonmal am Meer geritten worde war. Wie es sich verhielt eher nicht und so war es ziemlich nervös und ich nicht minder. Ich hatte schon seit über einem Jahr nicht mehr auf einem Pferd gesessen und auch noch nie so viel von ihnen verstanden, dass ich mich wirklich sicher fühlte.

Als wir zurückkamen brachte ich dann all meinen Mut zusammen und fragte ob sie mich noch am gleichen Abend wieder zurück in die Stadt bringen könne. Es war mir unangenehm und sie schaute im ersten Moment auch nicht wirklich begeistert, aber letztendlich haben wir uns auf der Rückfahrt dann nochmal ganz gut verstanden, woraus ich schloss, dass sie es mir nicht ganz übel genommen hat. Sie lieferte mich sogar direkt vor der Haustür der DolphinLodge ab, in der ich versuchen wollte noch ein Bett zu bekommen – und ich hatte natürlich mal wieder Glück, es war noch genau eins frei.

Nach einer angenehmen erfrischenden Dusche, die mit der schweißtreibenden Arbeit in der prallen Sonne und dem Ausritt echt nötig war, rief ich Sven an und, wie vermutet, hatte er nichts dagegen, wenn ich mich ihm am nächsten Tag anschließen wollte. Wir veabredeten, dass ich über den Lewis Pass hitchhiken solle und wir uns dann dort irgendwo später treffen würden. Sven hatte einen Helikopterflug über die Gletscher und Mt Cook gebucht (man bin ich neidisch!) und wollte mir danach entgegen kommen.

Im Hostel lernte ich schließlich sogar noch eine Israeli kenne, die das gleiche Ziel hatte und aus Sicherheitsgründen und wegen der Gesellschaft versuchten wir am nächsten Morgen gemeinsam unser Glück. Es ließ uns nicht im Stich. Noch auf dem Marsch raus aus der Stadt hielt eine junge Dänin, die uns bis Christchurch mitgenommen hätte, doch da wir nicht so weit wollten, an der Ecke Richtung Hanmer Springs und Westküste wieder rauslies. Weil es noch relativ früh waren noch nicht so viele Autos unterwegs und so warteten wir etwa 20 Minuten, bis uns schließlich ein Kiwi die ersten 20 km ins Landesinnere bringen wollte. Er musste aus Berufsgründen auf eine Farm. Na toll, nun standen wir mitten im Nirgendwo. Es war aber zum Glück noch immer auf der Hauptstrecke zwischen den berühmten heißen Quellen und der Touristenstadt Kaikoura, doch es war wie verhext. Die meisten Autos, die an uns vorbei kamen, kamen aus der falschen Richtung, oder – was noch viel komischer war – fuhren nicht weiter. Gut zwei drittel aller Fahrzeuge fuhren auf die gleiche Farm, auf die auch unser Chauffeur abgebogen war. Irgendwann fragten wir jemanden, ob dort Gold vergraben läge, doch er wollte von nichts wissen. Wir haben ihm nicht geglaubt. Endlich kam mal ein Pickup auf uns zu der, nicht nach rechts blinkte. Juchuu, endlich mal jemand, der nicht dorthin wollte. Ne, wisst ihr was? Stattdessen fuhr dieser auf die Farm auf der anderen Straßenseite! Ist das zu Glauben? Ne halbe Stunde später kam er wieder. Als er sah, das wir  noch immer dort standen, versuchte er uns zu helfen, doch da er selber nicht weit wollte und auch niemanden kannte, der an diesem Tag gen Westen fahren wollte, gestaltete sich das etwas schwierig. Doch endlich hatten wir Glück. Ein großer Campervan hielt und drin saß – ein deutsches Paar. Natürlich. Ich hab's dirket am Akzent erkannt. Man trifft se einfach überall, auch irgendwo im Nirgendwo am andern Ende der Welt!

Das Pärchen hat uns bis Waiau mitgenommen. Unterwegs haben wir allerdings noch einen Abstecher gemacht, weil die beiden sich sehr gerne ein Dorf anschauen und das bedeutete, dass wir ganze 6 km auf einer Schotterpiste einen Berg hochgezockelt sind, nur um oben angekommen wieder umzudrehen und zurück zu fahren. Den Sinn haben weder Katja noch ich verstanden, denn sie haben noch nichtmal ein Foto gemacht, geschweige denn sich umgeguckt. Naja, jedem das Seine!

Kurz darauf hat uns ein Kiwi mitgenommen, der durch bis Westport fahren wollte uns die gesamte Strecke mitnehmen wollte. Schöner Plan, nur leider hat es nicht so ganz geklappt. Irgendwo hinter Hanmer Springs ist sein Auto stehen geblieben. Überhitzt! Na super. Ok, warten wollten wir beide nicht, zumal der frühste Abschleppdienst erst zwei Stunden später in Westport starten konnte. Das hätte wohl vier Stunden irgendwo auf ner Straße bedeutet. Ne danke! Zumal Sven ja auch irgendwo aufm Lewis Pass warten wollte, also haben wir einfach ein neues Auto angehalten und sind weitergefahren. Später ist Sven dann an uns vorbeigefahren. Ich hab's am Nummernschild erkannt, aber das war auch im Nachhinein ein doofer Treffpunkt, denn auf dem Pass gab es anders als am Arthurs Pass kein Dorf wirklich oben, wo man sich treffen könnte. Außerdem gab es dort auch kein bzw. nur sehr schlechten Handyempfang, aber irgendwann irgendwie haben wir es dann doch in Springs Junction hinbekommen. Irgendwie war es komisch jemanden aus der Heimat zu treffen. Neuseeland war mein Land und meine Erfahrung, da gehörten nur Unbekannte rein! Aber ok, es war nun mal so und letztendlich war es ja auch lustig, oder Sven?

Katja wollte gerne in Punakeiki zu den Pancake Rocks und da ich die auch noch nicht gesehen hatte, sind wir noch den kleinen Umweg gefahren um dann endlich irgendwann wirklich runter bis Franz Josef zu düsen. Irgendwann spät kamen wir dann im Hostel an. Übrigens, ein zweites Mal an der Westküste und es war schon wieder super Wetter. Also entweder haben alle andern gelogen, oder Petrus mag mich einfach!

Am nächsten Morgen sind Sven und ich dann ohne Katja weiter in den Süden gefahren. Nach einem kurzen Stopp an den beiden Gletschern saßen wir eigentlich nur noch im Wagen und sind bis Wanaka gezogen. Abgesehen von ein paar kleineren Stopps an den unzähligen Lookouts natürlich. Wer das gerade auf der Karte verfolgt und sich wundert, dass das doch gar nicht soweit weg ist, der irrt. Der Weg zieht sich verdammt lang hin. Ihr müsst wissen, die einzigen geraden Straßen in Neuseeland sind eigentlich die, die durch eine Stadt gehen, alles außerhalb führt von einer Kurve in die nächste und Berge rauf und wieder runter.

Am nächsten Morgen hat es schließlich doch mal etwas genieselt. Zu schlechtes Wetter um sich in der Stadt mal umzuschauen. Stattdessen sind wir gleich weiter nach Queenstown gefahren. Das ist DIE Stadt der Südinsel, oder wahrscheinlich sogar von beiden Inseln, über die jeder spricht. Die Touristen lieben sie und die Einheimischen gehen höchstens mal dort tanken. Ich glaube, wenn man da einen Kiwi trifft, darf man sich glücklich schätzen. Alles was es dort gibt sind Partys und Adrenalin fördernde Attraktionen wie Fallschirmsprünge und Bungeejumping. Tramper mitgenommen, von denen der eine aber so viel dünnschiss (entschuldige für das Wort) gelavert hat, dass ich mich in die GEO Spezial über Neuseeland vertieft habe und Sven ohne irgendwelche Fotopausen durchgefahren ist, damit wir die beiden möglichst schnell wieder los werden. Während einer kurzen Mittagspause in der Stadt haben wir erstens entschieden, dass wir heute noch bis Milford Sound durchfahren würden und zweitens auch die restlichen Tage bis zu Svens Abflug geplant. Gar keine so schlechte Idee, denn so konnte er schonmal ein Hostel in Christchurch buchen, was auch dringend notwendig war, denn die meisten hatten schon kein Zimmer mehr für ihn. Ich wusste ja, dass ich einfach wieder zu Carly zurück konnte.

Vor der Abfahrt haben wir nochmal vollgetankt, denn da oben will man nicht wirklich Ohne Benzin dastehen. Es gibt, bis man nach Te Anau zurück kommt keine einzige Tankstelle mehr. Die Fahrt selber war wunderschön. Besonders der zweite Teil, ab dem Routburn Track. Da wurde der Satz wahr, den ich erst kurz vorher in der GEO gelesen hatte: In Neuseeland wird die Windschutzscheibe zum Breitwand-Bildschirm. Im Programm: Naturfilm nonstop! - Wie wahr!

Sven und ich klebten tatsächlich mit beiden Augen weit aufgerissen hinter der Scheibe und haben uns diese unendliche Schönheit angeguckt. Der Regen am Morgen war auch zum Glück nur ein kleiner Schauer gewesen und es strahlte die Sonne wieder richtig schön. Blauer, wolkenfreier Himmel! Unglaublich diese Berge! Vorm Homertunnel mussten wir gezwungener Maßen wieder stehen bleiben, weil es dort eine sehr lange Ampelphase gibt. Es war aber auch eine sehr schöne Stelle. Außerdem lag dort auch Schnee, wo ich unbedingt barfuß drauf wollte. Es war saukalt, aber das kenne ich ja schon. Hier haben wir auch unsere ersten Keas gesehen. Keas sind eigentlich ziemlich hässliche braune Vögel – bis sie die Flügel ausbreiten. Dann sind sie super schön. Von oben schimmern blaue Federn zwischen dem ganzen braun auf und von unten orange. Mit Svens super Kamere konnten wir sogar ein vernünftiges Bild machen davon! Sehr schön! Diese Vögel sind allerdings eher weniger für die Farben ihres Gefieder bekannt, sondern viel mehr für ihre neugierige Art. Sie sind absolut nicht menschenscheu und stürzen sich sofort auf alles was nach Plastik aussieht. So ist es keine Seltenheit, dass viele der Touristenautos an den Dichtungen angeknabbert aussehen. Auch die, die wir dort gesehen haben, haben sich sofort auf eines der geparkten Autos gesetzt und sich das Gummi angschaut.

Für den nächsten Morgen hatten wir gleich die frühste Bootstour gebucht. Wahrscheinlich auch richtig gut, denn die Sicht war auch um 9 Uhr schon atemberaubend und das Boot nicht ganz so voll, weil die Touristenbusse noch unterwegs waren. Außerdem sahen wir sogar noch einige Delfine. Das beste aber war, das ein kleiner Seehund, mit den Delfinen schwamm und sich sogar verhielt wie einer. Er sprang mit ihnen und tollte sich genauso herum, wie die großen Schwimmer. Das war einfach der Hammer. Unser Bootsführer hat sich auch die Zeit genommen und ist eine halbe Stunde etwa darum herum geschippert, sodass wir genug Zeit hatten das Schauspiel zu genießen.

Die Landschaft war natürlich auch sehr sehr schön. Ich hatte allerdings das Gefühl, dass es im Regen oder zumindest nach einem Regen noch schöner sein würde, weil dann einfach noch viel mehr Wasserfälle zu sehen wären und beschloss noch einmal zurückzukommen.

Der Rückweg aus dem Milford Sound raus zurück nach Te Anau war dann schon nicht mehr so schön. Das Wetter war immer noch herrlich und auch die Landschaft hatte sich natürlich nicht verändert, aber es war nicht mehr ganz so beeindruckend wie am Tag zuvor.

In Te Anau haben wir dann leider die Scenic Route am Fjordland entlang verpasst und sind die meiste Zeit auf dem Highway bis Invercargill gefahren. In unserm Hostel, dem Kackling Kea, haben wir uns erstmal eine kurze Auszeit genommen und ein wenig gelesen. Der Tag war noch relativ jung und wir wollten eigentlich nur noch zum Bluff, dem südlichsten Ort der Südinsel runter. Da auf der Couch lernten wir auch Mandy kennen. Ebenfalls eine deutsche, aus dem Raum Köln, die sich uns für die letzten Tage bis Christchurch anschloss.

Irgendwann sind wir dann aber doch noch die paar Kilometer runter gefahren.Von dem Lookout oben auf einem Berg war es verdammt windig, doch man konnte bei dem schönen Wetter richtig gut auf Stewart Island rüber schauen. Nach dem obligatorischen Foto am Anfang des Highway 1, einem Wegweiser für alle möglichen Städte auf der Welt, fuhren wir wieder zurück.

Irgendwie hatten sich in diesem Hostel diese Nacht nur deutsche versammelt und nein, das ist keine Seltenheit, das passiert hier immer wieder. So viele Hostels es auch gibt, die Deutschen scheinen alle die gleichen auszuwählen. Was allerdings schon noch eine Freude war, dass irgendwann auch noch Nicole und Andreas, die ich in Nelson kennengelernt und in Christchurch zu treffen versucht hatte, zur Türe hereingeschneit kamen. Tja, so kann's gehen – und so geht es in Neuseeland eigentlich immer. Man trifft sich immer mindestens zweimal.

Wir verbrachte aber auch alle einen sehr schönen und dikussionsfreudigen Abend zusammen. Erst mussten Sven und ich von Pfadfinderei erzählen und irgendwann ist das Gespräch dann auf Gott, die Kirche und die Bibel abgedriftet, Schon interessant, aber auch sehr langatmig.

Montag morgen, Svens und Mandys letzte Woche bricht an. Die beiden hatten übrigens am gleichen Tag einen Flieger gebucht, allerdings zu verschiedenen Zeiten. Ehrlich gesagt hätte es mich aber nicht gewundert, wenn sie sogar zusammen zurückgeflogen wären. In Neuseeland ist alles möglich! Auch das man sich per Zufall schon vorher irgendwann mitten im Land trifft. Unser Weg führte uns durch die Catlins bis nach Dunedin (gespr: Daniedin). Also wenn es hier eine Landschaft gibt, die einen nach Irland versetzt, dann hier. Das grüne Gras, das Meer, die steilen Klippen, der blaue Himmel – ich bin zu Hause! :)

Das erste Ziel´, war der Slope Point, eine Schafweide, die noch ein kleines bisschen südlicher ist, als der südlichste Punkt. Von da aus sind wir weiter zum Curio Bay, einem fossilem Wald gefahren, haben uns die Niagara Falls Neuseelands angeschaut, die Purakaunui Falls, Nugget Point, und verschiedene andere Stellen. Im Cannibal Bay waren wir schwimmen und sind schließlich abends irgendwann in Dunedin angekommen. Erinnert ihr euch, was ich euch über die deutschen gesagt habe? Ja, auch in diesem Hostel hier haben wir sie wiedergefunden.So saßen wir schließlich bis nach Mitternacht zusammen und haben Reiserfahrungen und andere Geschichten ausgetauscht. Am nächsten Tag war dann schließlich Svens Geburtstag, doch da man beim Reisen eingeschränkt ist und ich auch gerade keine Blumen da hatte (die Hosteldeko wollte ich nicht wirklich abrupfen), war ich froh, dass ich noch die restlichen Kerzen von meinem "Adventskranz" hatte. So konnten Mandy und ich wenigstens irgendwie seinen Platz beim Frühstück als etwas besonderes markieren. Der Tag an sich war dann auch sehr schön. Unser Weg führte uns ersteinmal wieder zum nächsten WAREHOUSE STATIONARY, wo ich meine nächsten Fotos ausdrucken konnte für eure Postkarten und anschließend haben wir uns die Innenstadt mit dem "zweit häuftigst fotografierten Gebäude der südlichen Hemisphäre", dem Dunediner Bahnhof! Und eine ganz besondere Straße in der Stadt durfte natürlich auch nicht fehlen: Die Baldwin Street! Abgesehen von dem Straßenschild eigentlich nichts besonders vom Aussehen her, aber wenn man dann hinaufsteigt merkt man es schon! Mit einer Steigung von 35% ist sie die Steepest Street In The World. Man kann sich sogar im Anschluss in einem Laden um die Ecke ein Zertifikat kaufen, dass man diese Straße hinaufgekraxelt ist. Fragt ihr euch vielleicht gerade wie es kommt, dass diese Straße so steil ist? Nunja, Dunedin ist generell nicht gerade in einer ebenen Gegend gelegen. Das kommt daher, dass irgendwelche Akademiker vor vielen Jahren einen Stadtplan entworfen haben ohne überhaupt die topographischen Begebenheiten zu kennen. Die Bauer haben sich nachher allerdings auch genaustens an den Plan gehalten. Man munkelt sogar, dass ein Teil der Stadt übers Meer hinaus geplant war. Dieser wurde allerdings zum Glück nie in die Tat umgesetzt. Stelle ich mir ziemlich unangenehm vor, wenn mein Wohnzimmer regelmäßig von ner Welle heimgesucht wird. :P

Anschließend folgte noch ein kurzer Abstecher auf die Otago Peninnsula, der Halbinsel vor Dunedin, bevor uns der Weg schließlich irgendwann am Nachmittag weiter gen Norden brachte. Nächster Halt waren die Moeraki Boulder einige Kilometer oberhalb. Diese Steine sind riesige Runde Kugeln, die wahllos am Meer verstreut liegen, als hätte irgend ein Kind mit riesigen Murmeln gespielt und sie nachher nicht weggeräumt. Sehr interessant auf jedenfall. Doch da uns an dem Tag noch mehr erwartete, sind wir auch schon bald wieder weiter gefahren. An unserem Hostel, dem "Old Bones" in Oamaru trafen wir schließlich auf ein paar andere wieder, die mit uns in Dunedin gewesen sind. Dieses Mal war es allerdings verabredet gewesen. Nach einem kleinen Geburtstagsmahl sind wir noch einmal rausgefahren, da es in der Nähe dieses kleinen Ortes Pinguine zu beobachten gab. Von 7.00 bis 9.00Uhr etwa die Gelbaugen Pinguine und - als würden sie sich absprechen - ab 10.00Uhr an einer anderen Stelle die Blaupinguine, die kleinsten die es wohl auf der Welt gibt. Bei den ersten war ich allerdings zu anfang schon relativ enttäuscht, als ich feststellte, das unser Ausguck einige Meter höher war als der Strand und man die Pinguine nur in der Entfernung irgendwo watscheln sah, wenn man ganz genau hinschaute. Als ich dann aber als eine der ersten bemerkte, dass einer von ihnen sogar fast bis ganz nach oben geklettert war, habe ich mir sofort Svens Superkamera gekaut und Fotos geschossen bis zum Abwinken! Ein Tierpfleger, der dafür sorgte, dass niemand Blitzlicht benutzte oder zu laut wurde, erklärte uns, dass dort sogar zwei Pinguine saßen. Eine Mutter, die langsam versuchte ihr kleines aus der Höhle ins Wasser zu locken.

Irgendwer sagte auch noch, dass man dort jeden Tag zwischen 0 und 10 Tiere sehen konnte. Als ich das hörte, zählte ich mal nach und stellte fest, dass wir in der Tat sogar 12 gesehen hatten. Als es letztendlich aber zu dunkel wurde und auch die Pinguine alle verschwunden waren, fuhren wir hinuter zum Hafen, wo kurz darauf die Blaupinguine auftauchen sollten. Wenn man dort für 20$ (10€) in einen gesonderten Bereich geht, kann man wohl hunderte der kleinen Watschler sehen, doch auch da wo wir standen, waren schon einige. Leider hat Sven nicht mal mit Spiegelreflex und Stativ ohne Licht wirklich gelungene Fotos machen können, aber das war sowieso mehr etwas fürs Auge als für Aufzeichnungen. Und auch hier lief wieder jemand rum, der dafür sorgte, dass die Touristen nicht nur an sich selber denken, sondern viel mehr an die Tiere. Ich hoffe das war ein schöner Geburtstag für Sven, wobei es wahrscheinlich eher ein Tag wie jeder andere auch war. Wenn man unterwegs ist, ist jeder Tag etwas besonderes, und die besonderen Tage werden Alltag! Sehr komisch! (geschrieben an Ostern!=) )

Nach einem leckeren Frühstück ging es am nächsten Tag ziemlich schnell rauf nach Christchurch. Wenn man nicht noch einen Schlenker ins Innland zum Mount Cook und Lake Tekapo macht, gibt es auf dem letzten Teil der Strecke nichts Interessantes mehr zum Anschauen und für diesen Umweg hatten die anderen beiden leider nicht wirklich Zeit. So setzten wir Mandy irgendwann in Christchurch an ihrem Hostel ab, Sven ließ seine Sachen in seinem Zimmer und wir fuhren gemeinsam zu Carly. Ich konnte dann auch wieder da einziehen und die beiden haben mal ein bisschen nach den ganzen Jahren gequatscht. Schließlich sind sie ja vor Jahren gemeinsam zur Schule gegangen.

Am Abend, nachdem Sven wieder gefahren war, haben Carly und ich dann gemeinsam überlegt wann die beste Zeit für mich wäre Christchurch entgültig zu verlassen. Ich wollte eigentlich so gerne noch Hanas 2. Geburtstag mitbekommen, doch dafür hätte ich nochmal eine Woche bleiben müssen ohne wirklich was zu tun. So haben wir uns dann entschlossen einmal eine Ausnahme zu machen und den Geburtstag einfach auf den kommenden Samstag zu verlegen. Bei unserer deutschen Erziehung eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, doch da Hana eh eine Kiwi werden würde, dachte wir, wäre es nicht ganz so schlimm. Außerdem wird sie sich da auch nicht mehr dran erinnern. So habe ich die letzten zwei Tage vorher hauptsächlich damit verbracht eine kleine Geschichte für sie zu schreiben und zu illustrieren. (Wahrscheinlich wird sie diese Arbeit nie zu schätzen wissen, aber ich habe es gerne gemacht. Außerdem gab es dazu noch einen kleinen Kuschelhund, den ich vorher irgendwann noch besorgt hatte.

Sven ist währenddessen einmal auf die Halbinsel vor Christchurch rausgefahren und hat sich dort umgeschaut. Bevor er dann am Freitag wieder geflogen ist, haben wir aber noch mein Fahrrad in seinen Kofferraum gepackt und sind zu dem einzigen SekondHand-BikeShop in der Stadt gefahren, wo ich mein Rad plus Zubehör gelassen habe. Leider für einen wesentlich niedrigeren Preis, als ich selber dafür bezahlt hatte, doch ich konnte es nicht ändern. Shit Happens!

 

6. Ein zweites Mal der Süden

An dem Montag darauf habe ich mich dann relativ früh wieder zum Busbahnhof gemacht um zum Lake Tekapo zu fahren. Eine der einzigen Stellen auf der Südinsel, die ich bis dahin noch nicht kannte. Dieses Mal hatte ich aber wieder mein gesamtes Gepäck dabei, weil ich nicht vor hatte noch ein viertes Mal nach Christchurch zurück zu kehren. Die Busfahrt war ziemlich unspektakulär, doch als wir an dem See ankamen, sah ich alles, was ich bisher darüber gehört hatte, bestätigt. Das Wasser, das von den Gletschern am Mount Cook kam, war absolut türkisblau aus der Entfernung, aber bei der Betrachtung aus der Näh absolut klar! Die Farbe war unglaublich!

Ich bauten mein Zelt im Garten des YHA (YHI) auf und setzte mich mit meinem Buch auf einen Stein. Zwischendurch bin ich irgendwann mal schwimmen gewesen und nachdem ich über die spitzen Steine hinaus war, war es absolut geil! Ich wollte gar nicht wieder hinaus. Es war etwas frisch, aber da draussen mal wieder blauer Himmel war und die Sonne richtig schön schien, war mir das relativ egal. Ich blieb so lange drin wie ich konnte, bevor ich mich wieder mit meinem Buch wieder auf den Stein setzte und weiterlas. Irgendwann raffte ich mich aber doch noch auf, denn Tekapo ist neben dem besonderen See auch wegen einer kleinen Kirche, der "Church of the good shephard" bekannt. Das Besondere in dort ist, dass hinter dem Altar nicht die üblichen bunten Kirchenfenster waren, sondern einfache Fenster waren, die den Gläubigen einen Blick hinaus auf den See bietet. Leider waren die Türen schon geschlossen, als ich dort ankam. Dafür lernte ich aber mal wieder drei nette Schweitzer kennen, mit denen ich stattdessen den Abend verbrachte.

Am nächsten Tag wollte ich ganz gerne wieder weiterreisen und mich noch einmal im Trampen versuchen. Nachdem ich schon Zweifel hatte, ob ich überhaupt von der Stelle kommen würde, weil die Straße nicht wirklich viel befahren war, war ich sehr überrascht, als schon nach wenigen Minuten ein Camper anhielt und mir anbot mich mitzunehmen. Sie wussten zwar selber nicht wie weit sie tatsächlich kommen würden, da die Familie eher nach dem Motto fuhr: Wo es uns gefällt bleiben wir. Doch selbst der nächste See wäre schließlich schonmal etwas gewesen und so stieg ich ein. Achja, dreimal dürft ihr übrigens raten, wo die fünf herkamen! Na, wisst ihrs? Haha, richtig! War einfach, oder?

Tja, am nächsten See sind wir dann allerdings nur alle einmal kurz raus gesprungen, um ein paar Fotos mit Mount Cook im Hintergrund zu schießen, anschließend wieder einzusteigen und weiter zu fahren. In der Nähe des höchsten Berges Neuseelands sind wir wieder alle raus und sind einen der vielen Wanderwege gelaufen. Sie haben mich zwischendurch nur gefragt wo ich denn hin möchte und als ich meinte, dass ich kein besonderes Ziel hätte, sondern einfach so weit kommen wollte, wie möglich, haben sie mich daraufhin sogar noch bis Oamaru mitgenommen. Dort konnte ich ihnen dann wenigstens im Gegenzug die beiden Plätze zeigen, an denen ich schon die Pinguine beobachtet hatte. Auch dieses Mal hatte ich wieder ziemlich Glück. Heute habe ich nicht ganz so viele der Gelbaugenpinguine gesehen, doch trotzdem immer noch zehn.

Nach einem gemeinsamen Abendessen, sind wir am Meer entlang auf einen schön gelegen Parkplatz gefahren und ich habe mein Zelt direkt neben ihrem Camper aufgebaut. Am nächste Morgen musste ich schließlich über vier Stunden warten, bis die Familie endlich wach wurde, denn ich hatte noch ein paar meiner Sachen bei ihnen im Auto gehabt und durch ihren Jetlag verschliefen den halben Tag. Dafür schnappten sie dann aber sofort meine restlichen Sachen und luden alles wieder ein. Ein Frühstück mit Blick aufs schöne weite Meer, nochmal ein kurzer Stopp an den Moeraki Bouldern und abends setzten sie mich direkt vor meinem Hostel in Dunedin ab, bevor sie noch weiter zu nem Bekannten gefahren sind.

Als ich am nächsten Tag durch die Stadt gelaufen bin, hatte ich irgendwie das Gefühl, dass Steffi, mit der ich ja die ganze Zeit in Nelson zusammengearbeitet hatte, ebenfalls in der Stadt war und richtig. Als ich ihr eine Nachricht schickte, kam die erwartete Antwort, also trafen wir uns kurzerhand und sind gemeinsam durch die Straßen gelaufen. Am Freitag waren wir noch gemeinsam im Cadbury-Schokomuseum, bevor sich unsere Wege auch schon wieder trennten. Wir überlegten zwar kurz, ob wir vielleicht für die nächsten Tage gemeinsam reisen sollten, doch da sie gen Christchurch wollte und es mich eher in den Süden zog, war das nicht so einfach. Wir wussten aber, dass wir uns bestimmt nochmal sehen würden. Ich habe stattdessen im Hostel Sandra kennengelernt, die mit ihrem Auto ebenfalls durch die Catlins fahren wollte und mich gerne mitnahm. Sie kannte die Stadt allerdings noch nicht und wollte sich ersteinmal Dunedin und Umgebung anschauen. Ich war ja schon mit Sven und Mandy hier gewesen und blieb bei dem schlechten Wetter draussen lieber auf der gemütlichen Couch und arbeitete etwas am PC. Unter anderem ist in der Zeit das zweite Video „Mal Heimweh“ entstanden.

Schließlich sind wir am Montag dem 15.Februar gemeinsam aufgebrochen und durch die Catlins bis zum Curio Bay gefahren. So wolkenverhangen wie dieses Mal war es dort aber nicht so schön. Allerdings glich es meinem Lieblingsland auf dadurch aber noch mehr. Am Abend hatten wir sogar noch Glück und sind in einem richtig netten kleinen Hostel mit coolen Leuten untergekommen und das obwohl wir nicht mal vorgebucht hatten.

Der nächste Tag führte uns dann wieder zurück zum Bluff „The beginning of the Highway“. Irgendwie wiederholte sich einfach alles wieder, nur das es dieses Mal in die umgekehrte Richtung ging und mit einer anderen Begleitung auch eine komplett andere Erfahrung war – irgendwie. Nach dem Abstecher in den südlichsten Süden der Südinsel ging es, diesesmal entlang der Scenic Route wieder hoch nach Te Anau. Dort wollten wir gerne in ein Hostel, von dem wir beide schon von verschiedenen Leuten immer wieder gehört hatten, dass es sehr schön sei, konnten allerdings den ganzen Tag nichts reservieren, weil wir entweder keinen Empfang hatten, oder sich am andern Ende niemand meldete und als wir schließlich ankamen war es bereits ziemlich spät, was dann auch die Angst mit sich brachte, dass die Rezeption vielleicht schon geschlossen sei. Doch auch heute ließ mich mein Glück nicht im Stich, denn wir schafften es tatsächlich noch die letzten beiden freien Dormbetten zu ergattern. Das Hostel selber war sogar wirklich sehr schön. Irgendwie kam wir uns vor wie in einer Skihütte, nur dass die Berge auf der anderen Seite der Aussicht zu grün waren um mit Schnee überdeckt zu sein.

Am nächsten Morgen beschlossen wir weiter zum Milford Sound zu fahren. Für mich war die Strecke ja nichts Neues mehr, und trotzdem guckte ich wieder mit staunenden Augen aus der Windschutzscheibe. Es war einfach zu schön. Aber mir fiel auf, dass Sandra, im Gegensatz zu Sven sich die Gegend zwar auch anschaute, aber sie fuhr wesentlich schneller. Wahrscheinlich in der Angst, dass von hinten das nächste Auto kommen könne. Sie schien aber jedenfalls nicht ganz so beeindruckt. Zwei verschiedene Tage, zwei verschiedene Fahrer ergeben zwei völlig andere Erlebnisse.

Irgendwie wiederholte sich aber doch alles wieder. Wir hatten uns wieder in der Milford Sound Lodge eingebucht, um am nächsten Morgen wieder mit einem der Touristenboote bis zur Tamsanischen See hinauszufahren, allerdings war mir das Wetter abends noch zu schön. Ich war doch zurückgekommen um Milford Sound einmal in dem mystischen Nebel zu sehen, für das es so bekannt war, also schlief ich abends mit gedrücktem Daumen und dem Gedanken an Regen ein. Und ob ihr's glaubt oder nicht, es hatte sogar was gebracht! Es nieselte am nächsten Morgen zwar immer noch leicht, obwohl ich mir den Regen eigentlich nur für die Nacht gewünscht hatte, damit sich die Wasserfälle schön füllen könnten, doch Hauptsache es war alle wolkenverhangen draussen. Unser Boot sollte gegen 9 irgendwann ablegen und da ich aber schon früher aufwachte, nutzte ich die Zeit und versuchte nochmal Vati anzurufen, nachdem ich ihn die ganze Woche seit Montag, seinem Geburtstag schon nicht hatte erreichen können, doch heute hörte ich nach ein paar mal tuten zum Glück seine Stimme am anderen Ende der Leitung und dieses Mal nicht vom Anrufbeantworter herrührend. Sehr schön. Ich weiß gar nicht mehr wie lange wir telefonierten, aber ich weiß, dass danach fast mein ganzes Guthaben auf der Telefonkarte aufgebraucht war. Wie gut sag ich da nur, dass Sven seine selber nicht gebraucht hatte und ich somit nochmal 20$ zum vertelefonieren übrig hatte. Zur Erklärung: In Neuseeland gibt es die Organisation BBH der über 300 Hostels angehören und mit einer Mitgliedschaft für 45$ bekommt man eine Karte, die ein Jahr gültig ist und auf der 20$ Telefonguthaben drauf sind. Durch die Rabatte von in der Regel 3$, die man in jedem BBH-Hostel bekommt, hat man die 45$ sehr schnell wieder drin. Nach nur etwa zwei Woche schon, wenn man jede Nacht in einem der Hostels wohnt.

Wie auch immer, nach diesem Telefonat ging es mit der gebuchten Bootstour wieder raus in Richtung Tasmanische See und auch wenn mich wahrscheinlich die Hälfte aller Passagiere verflucht hätten, wenn sie gewusst hätten, dass die Wolken und der Nieselregen meine Schuld waren, genoss ich es richtig. Die Wasserfälle sahen unglaublich aus. Es war alles grau und man konnte nicht viel sehen, aber als wir in Richtung und offenes Meer hinausschipperten, erkannte ich dass mit Ende des Landes auch das Ende der Wolke kam. Jetzt konnte erstmals wirklich verstehen warum Neuseeland „Land der langen weißen Wolke“ hieß. Auf dem Rückweg brach langsam aber auch überm Fiordland die Sonne durch und gab der ganzen Landschaft einen noch mystischeren Schein. Ich habe alleine auf dieser Tour etwa 300 Fotos gemacht und nochmal 200 mehr in einem Unterwasserobservatorium bei dem wir uns rauswerfen ließen.Es war eigentlich nicht groß, aber man konnte von da unten das unsichtbare Leben unter der Wasseroberfläche des Fiordes anschauen. Irgendwie schon faszinierend und mit ein bisschen mehr Glück hätte es sogar rein theoretisch passieren können, dass ein Delfin draußen an der Scheibe vorbeigeschwommen wäre.

Sicher zurück auf dem Anleger ging es dann auch schon wieder raus aus einer der schönsten Gegenden und nach Te Anau. Nach einer weiteren Nacht in dem idyllischen Hostel, das mich so sehr an eine Skihütte ohne Schnee und tolle Pisten erinnerte, sind Sandra und ich schließlich zu unserer letzten gemeinsamen Fahrt aufgebrochen. Sie wollte gerne ein bisschen in Queenstown bleiben, doch da ich ja schonmal da gewesen war und für "nicht gut" befunden habe, habe ich der Touristenstadt Nummer 1 in Neuseeland sofort wieder den Rücken gekehrt. Früher lebten viele Kiwis in dieser Stadt. Heute findet man da nur noch Touris. Die Einheimischen sind alle geflohen.

Ich hab jedenfalls noch 10 Minuten etwa am Straßenrand gestanden, bevor jemand anhielt und mich bis Wanaka mitnahm.

 

 

Der Rest folgt die Tage mal! Ich muss jetzt Schluss machen.

P.S.: Morgens lange dunkel und abends sehr früh hell! Ich glaube es wird Winter! Das heißt ich bin schon beinah drei ganze Jahreszeiten in Down Under! :)