|
Wer kam auf die Idee eine solch gewaltige Jugendorganisation zu gründen? Sein Name ist Sir Robert Stephenson Smyth Baden-Powell Lord of Gillwell Die Geschichte von B.P.: Am 22.Februar 1857 wurde in London als sechster Sohn von 10 Kindern ein Junge geboren, der der Welt später hervorragende Dienste leisten sollte. Sein vollständiger Name war Robert Stephenson Smyth Baden- Powell. Sein Vater, Theologie- und Geometrieprofessor starb drei Jahre darauf. Baden Powell wurde während seiner Kinderzeit oft Ste genannt. Er stammte aus einer Familie, in der schon immer das Blut von Abenteurern floss und somit war es auch nicht verwunderlich, dass er sich schon früh als ein Anhänger solcher offenbarte. Er ging als Kind oft mit seinem Großvater in den Hydepark und streifte dort fernab der Wege durch die größte Wildnis, die London zu bieten hatte. Er beobachtete Tiere aus Verstecken heraus und verfolgte liebend gerne deren Spuren. Auch seine Mutter, Henriette Grace Smyth, die für die damalige Zeit recht sonderbare Ansichten über eine gute Erziehung hatte, ging neben dem Unterricht den sie ihren Kindern in den ersten Jahren selbst gab regelmäßig spazieren. Nachher pflegte sie die Kinder zufragen, was diese bemerkt hätten und was ihnen aufgefallen sei. So förderte auch sie Stes Beobachtungsgabe und die Liebe zur Natur. In den Ferien ging er zusammen mit seinen drei älteren Brüdern Warrington, George und Frank öfters auf Fahrt. Da lernte er in der freien Natur überleben zu können. Bei einer solchen Tour, als die Brüder ein Segelboot gebaut hatten und ihren jüngeren Bruder abends darauf zurückließen, durfte er auch seine schauspielerische Begabung unter Beweis stellen. Ste hatte sich hingesetzt ganz in der Nähe der Zelte hingesetzt und ziechnete, als er beobachtete wie sich ein Fremder an den aufgeschlagenen Zelten zuschaffen machen wollte. Kurzentschlossen rief er dem Mann etwas zu, um ihm zu zeigen, dass er ihn gesehen habe. Dann rief er als sei er in größter Panik nach seinem Onkel und dessen Hund. Zu alledem imitierte er auch noch die gerufenen, als wollten sie dem Dieb sofort an die Kehle springen. Der hinters Licht geführte Fremde ergriff mit hellem entsetzen in den Augen die Flucht. Mit 13 Jahren sollte Ste an ein College kommen. Dazu hatte er sich das Chaterhouse mit den modernen Erziehungsmethoden seines Vaters ausgeguckt. Nachdem ihm seine Mutter über alle Möglichen Beziehungen an dieser Schule verschaffen hatte lehnte er es ab, sich als Protektionskind an diesem Ort davon nutzen zu machen. Also bewarb er sich vorerst an einer Schule, an der Beziehungen nichts hießen, bestand dort die Aufnahmeprüfung und meinte dann, wenn er an einem genauso hoch angesehenen College durch eigenes Gelingen aufgenommen würde, dürfe er auch auf das gehen, welches ihm besser gefiele. So ging er dann letztendlich doch auf die Schule die ihm als idealste erschien. In dieser Schule bekam er einen neuen Spitznamen. Hier wurde er immer nur Bathing-Towell (Badetuch) genannt. Doch durch den Schutz eines sogenannten Fagmaster änderte sich das bald wieder. Zu diesem Fagmaster lässt sich so viel sagen, dass es sich dabei um eine angewandte Erziehungsmethode des Schulleiters des Charterhouses handelt. Diese hatte die Funktion, dass die Jungen an der Schule einem älteren Schüler zugewiesen wurden, der somit die Verantwortung für seinen jeweiligen Schützling hatte und sich somit nicht verhalten konnte, wie er es sonst womöglich getan hätte, sondern sich vorbildlich zeigen musste. Nachdem Baden Powell also erneut einen Namen ablegen musste, wurde er das erste Mal B.P. (Bipi) nach seinen Initialen genannt. Auf dem Schulgelände, der einen großen unerforschten Park aufwies, zog es B.P. immer fort in die Wildnis dieses Parkes, obwohl es von der Schulleitung verboten worden war. Von da aus beobachtete er die Lehrer, wenn sie knapp neben seinen Verstecken an ihm vorbeigingen. Diese schöpften verdacht, dass er sich in diesem Gebiet aufhalten musste und berichteten dem Schulleiter davon, doch er ließ B.P. gewähren. Im Unterricht zeigte er sich als ein mittelmäßiger Schüler, der zwarf nie sitzen blieb, aber nur mit ach und krach ein Jahr nach dem anderen überstand. Einzig und allein in Geographie konnte man nur gutes von dem Jungen hören. Auch sein Abschlusszeugnis war nicht besonders berauschend. Er hatte sich vorgenommen Missionar zu werden, weil er dadurch eine gute Möglichkeit sah fremde Länder zu bereisen und kennenzulernen. Also bewarb er an der Oxford Universität. Ein guter Freund seines verstorbenen Vaters prüfte den damals 19 jährigen. Leider musste er dem Jungen sagen, dass sein Wissen keineswegs ausreichte um einem Student dieser Bildungsstätte gleichzukommen. Das war hart für B.P., doch es nutzte nicht. Obwohl "Sandhurst", eine Ausbildungsstätte für Eliteoffiziere, den Ruf eines Sammelbeckens für nichtsnutzige, arrogante Söhne reicher Familien hatte, bewarb B.P. sich nun für einen dieser Plätze, denn in dem selben Jahr, als er sich dafür entschied sorgte eine von der Königin geforderten Reform dafür, das sich von nun an nicht nur die reichen Bürger Englands einen Ausbildungsplatz erhielten, den sie sich von gutem Geld erkaufen konnten.
Am 11.September 1876 stand in der Zeitung folgende Notiz: "Robert Stephenson Smyth Baden Powell ist zum Second Leutnant bei den 13.Husaren bestellt worden." Dieses Regiment war in Indien stationiert und so fuhr B.P. am 30.Oktober mit einem Truppentransporter von Portsmonth nach Indien. Die ersten Jahre waren sehr anstrengend, denn das Kommandieren - Exerzieren und der Umgang mit Untergebenen will gelernt sein. Er musste mit 120 Pfund Gehalt im Jahr auskommen, dies war jedoch nicht leicht, da die meisten Kameraden aus begüterten Familien stammten. Im Jahre 1878 fuhr B.P. zu einem Krankenurlaub nach Hause. Er hatte sich eine Fiebererkrankung zugezogen und war nierenkrank. In London ging er eines Abends ins Theater und während er die Schauspieler beobachtete, kam ihm eine Idee, wie er die tödliche Langeweile, die im Lager in Indien herrschte zu verringern und damit auch die Agressinonen dort. Da er schon aus der Jugendzeit schauspielerische Begabungen mitbrachte, fertigte er Skizzen für Kostüme und Bühneneinrichtungen, um damit seine Kameraden bei der Rückkehr nach Indien zu unterhalten. 1880 kehrte er nach Lucknow in Indien zurück und wurde zum Grenzwachdienst abkommandiert. Hier sammelte er Erfahrungen im Geländedienst und Spurenlesen. Er bildete seine untergestellten Soldaten in kleinen Gruppen aus, die jeweils von selbst gewählten Kornetts geleitet wurden. Diese Methode war neu und sehr gewagt, doch dadurch wrde die Motivation aller Soldaten geweckt und durch die beiden Zitate "Learning by doing!", der auch in unserer Zeit noch sehr geprägt ist, und "Hab Mut zu Fehlern! Ein Mensch der noch nie einen Fehler begangen hat, hat noch nie etwas getan!". Dieses System machte sich in einem Kampf sehr bewährt, in dem bei einem Blutbad viele der englischen Soldaten fiehlen und nur die Baden Powells unterstellten überlebten. Daraufhin wurde auch in anderen Regimenten nach dem Prinzip der "Kleinen Gruppen" ausgebildet. Baden Powell erkannte in Indien auch, das es keinen Unterschied zwischen den Menschen gibt, egal welcher Abstammung sie sind und wie unterschiedlich ihre Kulturen sie geprägt haben. Ihm war aber auch klar, das er die Alten, die Erwachsenen nicht mehr ändern konnte. Aber er wollte nicht das die indischen und englischen Kinder in dem gleichen glauben aufwachsen sollten, denn B.P. war der Überzeugung, wenn Kinder nur früh genug Kopntakt zu anderen Kulturen und Lebenseinstellungen haben, würden die Vorurteile abschwächen und dadurch auch die Kriege geringer werden. 1884 beendete das 13.Husarenregiment seinen Dienst in Indien und wurde nach Südafrika verlegt. 1885 kam B.P. nochmals nach England. Dort blieb er bis er 1888 mit dem 13. Husarenregiment nach Afrika abkommandiert wurde und an einem Feldzug im Zululand teilnahm. Von 1889-1892 wird er zum Aufklärungsdienst in den Balkan geschickt. Dort widmet er sich auch der Naturforschung. Mit vielen guten Ideen und Ansätzen, in denen er nicht nur um das Wohl der englischen Provinzen und Kolonien besorgt ist, sodern immer möglichst friedvolle Lösungen sucht, macht er sich sowohl am englischen Hof, wie auch unter der Bevölkerung Englands und seiner "Feinde" beliebt. Aber natürlich hatte er auch Feinde, die ihm seinen Aufstieg übelnahmen und immer wieder versuchten ihn vor der Welt schlecht zu machen. Als er sich in zum Beispiel in Afrika um Hüte für seine Männer bemühte, in die er BP als Abkürzung für "Be prepared" einbrennen ließ. Böse Zungen behaupteten er habe dies machen lassen, weil er seine Initialien kundtun wollte. 1895 kommt B.P. wieder nach Afrika und nimmt am Aschantifeldzug teil. In Swaziland bekommt er von Häuptling Dinizula als Erinnerung eine Lederschnur mit eigenartig geformten hölzernen Perlen. Die Nachahmung dieser Perlen trägt noch heute in der ganzen Welt ein Pfadfinder als Zeichen dafür, dass er eine besondere Ausbildung im Pfadfinderdienst durchgemacht hat. Er wurde 1876 nach Indien versetzt, wo er in seiner Freizeit in den Dschungel schlich und die wilden Tiere beobachtete. Auch organisierte er Theateraufführungen innerhalb der Garnison, machte erste Erfahrungen mit Jugendgruppen und erkannte bereits früh die Fehler der britischen Kolonialherrschaft, welche die Inder wie „unterentwickelte Briten“ und nicht wie Menschen mit einer anderen, aber großen Kultur behandelte. Auch unternahm er wieder, nachdem er privat Hindi gelernt hatte, Streifzüge in die Armenviertel. Hier entwickelte er auch das berühmte „System der kleinen Gruppen“: Er fasste die Soldaten in Gruppen von fünf bis acht Mann zusammen; diese wählten dann einen Patrouillenleiter aus ihren Reihen. So förderte er Verantwortungsbewusstsein und eigenständiges Denken der Soldaten. 1880 wurde ihm befohlen, das Schlachtfeld von Maiwand, Schauplatz einer fürchterlichen Niederlage der Briten im Krieg gegen die Afghanen, zu kartographieren. An diesem grausamen Ort mit seinen halbskelettierten Menschen und Pferden, den Hyänen, kamen ihm die ersten großen Zweifel am Sinn von Kriegen. Wegen seiner Fähigkeiten im Spurenlesen, die er in zahlreichen Fällen unter Beweis gestellt hatte, wurde er beauftragt, die Spurenleser (Scouts) auszubilden. Von 1896-97 nimmt er an einem Feldzug gegen die Matabele teil. 1899 wird B.P. wieder nach Südafrika geschickt und baut dort eine Spezialtruppe auf. Dabei wird er vom Burenkrieg überrascht. Die Engländer wurden auf vielen Kriegsschauplätzen geschlagen. B.P. bildete in Mafeking Rekruten aus, als der Burengeneral Cronje mit 9000 Mann anrückte, doch kapitulierten die Engländer nicht so ohne weiteres, wie er es sich vorgestellt hatte. So belagerten die Buren Mafeking und zogen eine Sperrkette um die Stadt. B.P. war als Späher bis zu den Buren vorgedrungen und sie achteten ihn sehr wegen dieser Fähigkeit. So gelang es B.P. während der 217 tägigen Belagerung, 18 Briefe an seine Mutter zu schreiben, die alle durch die feindlichen Linien gelangen. Von Süden her anrückenden britischen Truppen gelang es, die Belagerung zu durchbrechen. Als Held von Mafeking wurde B.P. in England und in Südafrika gefeiert und wurde mit 43 Jahren in den Rang eines Generals erhoben. Noch im selben Jahr veröffentlichte er ein Hilfsbuch zur Pfadfinderei für Soldaten. Von 1902-1903 baute B.P. die berittene südafrikanische Polizei auf. Im Jahre 1907 kommt es zum ersten Probelager mit 30 Jungen aus allen Volksschichten auf der Insel Brownsee an der Südküste Englands. Es wurde ein großer Erfolg. 1908 schreibt er das Handbuch "Scouting for Boys". Die Pfadfinderbewegung bekam großen Zulauf. 1910 trat B.P. aus der Armee aus und widmete sich ganz der Pfadfinderbewegung, deren Leitung er übernahm. Pfadfinderbeginn:
|